Z22 Untersuchung über die Entstehung
Chinesin- gewesen seyn muß: sie war die Urheberin allerder berühmten natürlich astrologischen Perioden und allerphilosophisch ausgedachten astronomische» Regeln, wel-che ihre Nachkommen mit jener Seuche der albernenSterndeuterey ansteckten. Dieser asiatische Irrkhumwar nicht nur einer von den alieraltcstcn, die jemals inder Welt ausgedachk worden sind, sondern er war auchin ganz Asien allgemein, und man muß ihn ebenfallsals einen Beweis jenes gemeinschaftlichen Ursprungs al-ler Wissenschaften und der Existenz jener großen Nation,welche die Welt vor allen andern uns bekannte» Natio-nen bewohnte, ansehen. Denn wäre es wohl möglich,daß ein so philosophischer Irrthum, wie die Stcrndcuke-ren ist, bey verschiedenen Nationen so einförmig hätteausgedacht werden können? Wahrheiten giebt es wohl,die zu gleicher Zeit von verschiedenen Philosophen zugleicherfunden worden sind: aber gekünstelte Hypothesen oder-gar grobe Irrthümer gewiß nicht. Angeführte neuereNationen hakten also deswegen einerlei) Ideen von demEinfluß der Gestirne auf die Herzen der Menschen, weilsie die Gründe derselben ursprünglich von einer einzigenNation gemeinschaftlich geerbt hatten.
Unter jenem alten gelehrten Volke konnten die Philo-sophen eben sowohl, wie unter uns Europäern etwa-Hsbbes und Spinoza, irren;' denn sie verfielenohnfehlbar auch auf den Materialismum: und so mußteihnen die Entstehung und der Untergang des ganzenWeltgebaudes, sowohl als die Begebenheiten einzelnerMenschen, periodisch, wie die Abwechselung der Jah-reszeiten, scheinen; sie glaubten also ohnfehlbar, daßman nur die Konstellationen fleißig beobachten und dieEreignisse unter den Menschen damit vergleichen dürfe:und so ward die Skcrndeutercy erfunden. Uns scheintdaher dieser Weg, auf welchem die prophetische Asirolo-