der Sterndeutung. Z2i
sind entweder die Gemahlde der physischen Elemente,welche Meynung der alten Philosophen stets mit ein-ander kämpfen, oder die Abbildung des politischen In-teresse der Menschen, oder auch das Sinnbild der ein.ander widerstreitenden Leidenschaften in der moralischenWelt: und diese Idee non einem guten und bösen Got-te der Persier ist ohnfehlbar aus dem Begriffe von derWelt, in welcher alles ohne Unterlaß Krieg mit einan-verführt, entstanden.
Die alten Philosophen sahen wohl ein, daß in derWelt nichts verlohren gieng, und daß die allzeit wirk-same Natur die Ruinen des einen zum Leben des ander«anwandt: also schlossen sie auf die Seelen der belebtenGeschöpfe ebenfalls eine beständige Fortdauer; und soentstand der, allerdings philosophische, Irrthum von derSeelenwanderung.
Abt le Barccttp * hat sehr wahrscheinlich bewiesen,daß die Fabel von der Venus und dem Amor, nichtsals die physische Entstehung der Welt abbilde: Venuswar, nach der Meynung des Herrn Abt, die Nacht, dievor allen geschaffenen Wesen eristirte und zu allererstLicht, Wärme und Liebe gebahr. Diese ursprünglicheBedeutung gedachter Fabel ist doch ganz außerordentlichgcmis'handelt worden! Aber wie konnte es auch andersgeschehen, da sie durch so viel, so verschiedene Köpfealler Nationen der Welt, die entweder allen Geschmackan den Wissenschaften schon verlohren, oder noch garkeinen erhalten halten, durchwandern mußte?
Alle diese im Orient erfundene und ausgebreitete phi-losophischen Idee» sind Produckre einer gelehrten Nation,die alter als die Indianer, Aegyptier, Chaldäer und
Chine-
* ölSm. äe ller Inlcrlpnonr. 1 '. XXVll. p. 2^4.
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