Z 20 Untersuchung über die Entstehung
Unterdessen sahen sie doch bald, daß dergleichen Er-eignisse im gemeinen Leben nicht alle Jahre, wie etwadie Abwechselung der Jahreszeiten, zurück gebracht wur-den ; und man konnte auf solche Art das Hervorrückender Sterne aus den Soirnenstralen zu deren Besinn-mung nicht gebrauchen: also nahm man seine Zufluchtzu dem Laufe der Planeten, auf ihren besondern Standgegen einander im Thierkreise, und aus ihre Zusammen-künfte, welche die Bestimmung der Menschen über-Haupt anzcigen sollten; und so erfand man auch langePerioden, die das Begegniß und die Veränderungender größten und dauerhaftesten Reiche, Republiken undund Städte, ja sogar der Welt selbst, aufs neue zurück-bringen sollten. Man gieng noch weiter: man erfandConstellationen, die sich weit öfterer als andere ereigne-ten : und aus diesen bestimmte man die Begegnisse ein-zelner Menschen.
Demnach war die Sterndeuterey anfangs eine Fruchtdes erhabenen Genies großer Geister einer überaus auf-geklärten Nation: denn diese können auch irren, wennsie sich gar zu weit in die Geheimnisse der Gottheit undNatur vertiefen. Man kann aber auch leichte darthun,daß überhaupt alle irrige Meynungen des gemeinen Volksaus übel verstandenen und durch die Tradition verderb-ten, an sich aber allerdings vortreflichen, Lehren großerPhilosophen entsprossen sind. So waren die Genius,die La, es und Penates anfangs ohnfehlbar nichts anders,als Bilder eines Zusammenhangs nur etlicher wirken-der Ursachen, die jvon dem Zusammenhänge der ganzenNatur abhiengen und sich bloß auf einzelne Personen,Familien und Gemeinden bezogen*. Der gute Geist,den die Persier anbeten und der böse, den sie verabscheuen,
sind
* Xlem. äs I'-Vcsä. äer lnkorixtlonr. lom. XII. p. r;>