Z18 Untersuchung über die Entstehung
und den Menschen bloß zur Maschine, der sich nach dmewigen unveränderlichen Triebfedern der Natur bewegte,machten. Waren dich nicht die Geheimnisse der ägyp-tischen und aller orientalischen Priester? Da sich nun diechaldäischen Priester und die Brammen in ihren gehei-men Grundsätzen so weit verirrten, daß sie auch demMenschen sogar den freyen Willen rveglaugneten; undda sie die ganze Welt zu einer Maschine machten, inder alle Begebenheiten nach den ewigen unveränderlichenTriebfedern ihrer Natur nokhwendig so und nicht anderserfolgen mußten: so mußten sie ganz natürlich auf denGedanken fallen, daß auch die Bestimmung eines jedenMenschen von Ewigkeit her festgesetzt worden sey undaus dem Stande der Gestirne in seiner Geburtsstundeoder aus seinen Gesichtszügen und Linien der Hand be-merkt werden kennte. Hat nicht Leibnitz selbst nochin unserm Jahrhunderte einer Monade all die Verände-rungen im Kleinen zugeeignet, die in der großen WeltStatt finden? Eine Monade enthielt all die vergange-nen, gegenwärtigen, und zukünftigen Begebenheiten derWelt wie ein Spiegel: dieß waren die Ideen der Mo-naden und der Seele des Menschen. Liegen in dieserLehre nicht all die Grundsätze der natürlichen Astrologieverborgen? Aber Leibnitz setzte sehr vorsichtig hinzu,daß niemand als Gott die Jdeenfolge in einer Monadeim Kleinen und daher auch die Begegnisse der Weltim Großen übersehen könnte: denn Leibnitz war eingroßer Philosoph und sah wohl ein, daß ko ein Problemkein Sterblicher aufzulösen im Stande war*. Da nunLeibnitz in einem schon aufgeklärtem Zeitalter die Un-
mög-
* Man sehe die Gedachtnißrcde ans ihn, welche die kö«maliche Akademie zu Berlin 1768 mit dem Lorbeer be«kränzt hat.