Sternkunde key den Akademikern. 291
deswegen eine Reise nach Athen, um sich mit dem Ari-stoteles, wegen einigen Veränderungen, die man mitdein Weltsystem des Eudoxus vernehmen wollte, zuberathschlagen. Aber diese Abänderung machte jenesSystem erst recht verworren. Denn außer jenen r6Sphären, die Ludoxus Angeführt hatt, setzte Ra.lippus deren noch zg in das Weltsystem. Dem Mars,der Venus und dem Merkur gab er, außer jenen vierHimmeln des Eudoxus, noch den fünften, vermuth-lich um deren Rücklauf und Stillestand desto besser zu er-klären. Und da inan eine neue Ungleichformigkeit, vonwelcher man weiter nichts BestimirtteS ausgezeichnet sin-det, in der Bewegung des Monds bemerkt hatte: so setz-te er zu den drey Sphären desselben noch zwo neue hinzu.Es ist wahrscheinlich, daß sich diese neue Bemerkungauf die Bewegung der Knoten bezogen hat. Die Sonnewurde auch nicht vergessen: er versah sie mit zwo neuenHimmeln, um die von Euktemon und Meto!» be-merkten Abweichungen des Sonnenlaufs zu erklären.Diese Abweichung bestand ohnfehlbar darinne, daß dieSonne um die Zeiten ihrer Wendungen etwa 8 Tagelang die Deklination nicht merklich verändert, da dochdiese Veränderung um die Zeiten der Nachkgleichen täg-lich bemerkt werden konnte. Und diese zwo Sphären ha-ben ohnfehlbar gedachte Eigenschaft des Sonnenlaufs be-wirken sollen.
Allein da sich alle diese, in einander herumlaufende,Sphären, wegen der Berührung ihrer Flächen zu sehegerieben und einander in ihrer Bewegung gehindert hät-ten : so setzte man allemal zwischen zwo und zwo dersel-ben eine neue, die sich gar nicht bewegte: und so bestanddas ganze Weltsystem aus 56 Himmeln, wenn man
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