Sternkunde bey den Akademikern. 285
aufzulösen bemühete, gab auch in der Folge zu allen denseltsamen Verwirrungen mit jenen kleinern Kreisen, oderEpicykeln, in welchen sich die Planeten an ihren Haupt-bahnen radsörmig herumwalzcn sollten, Anlaß. Manbehandelte die Sternkunde in Griechenland nunmehroüberhaupt als eine ordentliche Wissenschaft. Denn vordem bestand sie bloß aus einigen einzelnen Be-
merkungen, die ihre Weltweisen aus fremden Landerngeholet hatten, und aus einigen unter einander geworfe-nen schlechten Beobachtungen.
Eudozmo, der größte griechische Astronome vorden Astronomen zu Alexandrien, war ein Freund desPlato : aber er bekannte sich doch eigentlich zu der py°rhagorischen Sekte. Daher ist es kein Wunder, daßSexrus Empirikus'" den Lndopus und ^ipparch,als die berühmtesten griechischen Astronomen, auführc:und dieß macht dem Eudopus ohnstreitig viel Ehre,daß ihm Gexnrs Empuikus den -Hipparch zumCollegen giebt. Seine Begierde, die Wissenschaften inihrer Quelle aufzusuchen, führte ihn, nach einiger Mey-nung ** mitdem ArzteChrysi'ppUS,nach andern hingegen,mit dem Plato selbst nach Aegypten * Nach derNachricht des Srrabo, hat er sich dreyzehen Jahre,nachdem LaertLus hingegen, nur 16 Mcnathe langdaselbst aufgehalten. Aber dieß ist gewiß, daß ihmAgesilaus ein Empfehlungsschreiben an den ägyptischenKönig LTIekcanebus mitgab: und dieser empsohl ihnden Priestern zu Heliopoliö. Hier hatte er nun die Quel-le lieber gar auSgetrunken, wenn es möglich gewesen wä-re: so begierig dürstete er nach Wissenschaften. Er samm-elte auf dieser Reise die in Asien, Welschland, Sicilien
lind
* ^clverkus XtsrbemsncnL. I.. V.*"* L'r-'s/-s. üeoZraxli. I.. XVH.