278 Sternkunde bey den Pythagoraern,
die Mathematiker, als ein Unendlicheck: und dann konn-te er freylich mit mehrerm Rechte annehmen, daß sichdie Sonne in jedem unendlich kleinen Zeiträume, durcheine unendlich kleine gerade Linie bewegte.
Der klügste unter allen Gedanken, die Tenopha»lies geäußert hat, ist der, daß die Erde emstmalen über,all von dem Meere bedeckt gewesen sey. Und diesen Sahbewies er aus der Gegenwart verschiedener Seethicre undMeergewächse auf den Bergen sowohl, als in dem Inn-ern der Erde selbst*.
§. 16.
Diesem folgte parmenides. Der theilte den Erd-ball, wie Tbales, in fünfZonen ab, ** und war dererste, der das Vorurtheil hegte, als ob die Erde bloßin den temperirten Erdstrichen bewohnbar wär. f DieErde hielt er für eine Kugel, die im Mittelpunkte der Weltläge und sehte hinzu, daß sie deswegen in die Mittegesetzt worden wäre, weil sich ohne einen zureichendenGrund überhaupt nichts bewegen könnte: und in demMittelpunkte der Welt finde die Erde allerdings keinenzureichenden Grund einiger Bewegung ff
Ob nun diese Erklärung des parmenides gleichnicht vollkommen auf unsere ißigen astronomischen Be-griffe von der Erde paßt: so ist sie doch gut philosophischausgedacht. Denn es ist nicht zu längnen, daß auchdie größten Astronomen, ehe Newtons Attraktion be-kannt wurde, darüber, was doch wohl die Welrkörpecin ihrerLage gegen einander erhielte, allerdings viel spe-culirten. Also erklärte parmenides die Sache ausdem zureichenden Grunde, dessen sich in der Folge auchArchimed und Lerbnirz mit gutem Erfolge in andernWissenschaften bedient haben.
§. r?'
* O/oFcnej ** c. ZI.
f De placikis kbilok. D. III. c. Z.
ff Ebendaselbst, c. 15.