Stoikern u. einigen andern Philosophen. 279
§. 17.
Lencippus ist wegen seiner Körperchensphilosophie,deren Urheber er gewesen ist, berühmt; ihm folgte De-mokricns: und dieser, der auch der Philosoph von Ab-dcra hieß, ward in der 8osten Olympiade, oder 456Jahr vor Christi Geburt gebohren; er lebte also mitdem L 77 eton zu gleicher Zeit. Daherist es zu verwun-dem, daß er sich einen Zirkel von 8r Jahren, der dochin der That unvollkommener als jener neunzehnjährigewar, vorzuschlagen unterstand.
Demokritus gieng auch auf Reisen, um bey denAegyptiern, Chaldäern und Gymnosophisten, oder Bra-mmen die Wissenschaften zu erlernen. Er hat viel Bü-cher über die Metaphysik, Moral, Arzeykunde, Na-turlehre, Ackerbau, Kosmographie, Sternkunde, Geo-metrie, Tonkunst, Grammatik, Dichtkunst u. s. w. ge-schrieben, welche aber alle verlohren gegangen sind: aberwir wollen uns nur auf seine Lehren, die unfern Gegen-stand , die Sternkunde betreffen, einschranken. Und dahat er ein ganzes Werk über die Planeten, ein anderesüber die Natur des Himmels und eine Abhandlung, diedas große Jahr oder überhaupt die Astronomie hieß,geschrieben. Auch ist er ohne Zweifel der Verfasser je-nes CalenderS ,in welchem das Erscheinen und Verschwin-den der Sterne unter den Sonnenstralen angezeigt wurde.
Demokrirus ist auch der Urheber des Systemsvon den Atomen, von welchem jedoch sein Vorgänger,Leucippus, verschiedene Gedanken geäußert hat. Manweiß nicht, was Laertius sagen will, wenn er bey die-ser Nachricht hinzufügt, daß diese Atomen, sowohl inRücksicht auf ihre Menge als Größe, unendlich seyn soll-ten: es wäre eine absurde Meynung, die sich von die-sem Philosophen nicht denken läßt. Aber Ließ ist wie-der ein Beweis, daß die Geschichtschreiber die LehrsätzeS 4 der