Stoikern u. einigen andern Philosophen. 277
gesunden philosophischen Begriffe, die man ihm insge-mein andichtet. Wenn man dem plucarc!) * hierinnetrauen darf: so glaubte Lenophanes , die Sterne ver-löschten des Morgens und würden am Abende wiederangezündet; er sagte ferner: die Sonne ist eine bren-ncnde Wolke;** die Sonnenfinsternisse entstehen, wenngedachte brennende Wolke irgend einmal verlöscht undund sich sofort von selbst wieder entzündet; 7 im Mondefind Menschen, aber er ist auch achtzehn mal größer alsdie Erdess; und cS giebt viel Monden und viel Son-nen in der Welk, welche die verschiedenen, weit von ein-ander entfernten, Gegenden des Erdballs erleuchten. Wennman dergleichen alberne Meynungen, die dem Xeno-ppanes zugeschrieben werden, liest: so kömmt man fastauf die Gedanken, als ob sich der Geschichtschreiber garüber ihn lustig machen wolle und die größte Unwahrheit re-de. Denn es ist doch sonderbar, daß dergleichen Ideenin dem Gehirne des .Lenophanes noch hundert Jahrenach dem Thales auSgeheckt worden seyn sollen.
Er glaubte ferner, die Sonne bewege sich in einergeraden Linie, und die Erscheinung, als ob sie sich ineinem Kreise um die Erde herumwälze, entstehe bloß we-gen ihres große», Abstandes von der Erde ; und man hatehedem die scheinbar kreisförmige Bewegung der Kome-ten auf eben diese Hypothese zurück zuführen gesucht:allein es ist schlechterdings unmöglich, daß sich ein Kör-per, der in einer geraden Linie bewegt wird, kreisförmigzu bewegen scheinen kann, wenn man das Auge des Be-obachters ruhend annimmt; und man hat diesen Philo-sophen ohnfehlbar wieder unrecht verstanden. Vielleichtbetrachtete er die Ekliptik, oderden Kreis überhaupt, wieS z die
* Os klaciii? pbilokopbormn. O. II. c. IZ.
** Ebendaselbst, c. 20. 7 Ebend. c. 24.
s 7 OsetanrE. Oivin. Institut. I.. III. c. 2Z.