Stoikern u. einigen andern Philosophen. 275
noch keine so akkuraten Beobachtungen angestellet, durchwelche sie den Lauf der Sonne und des Monds so genauhatten bestimmen können. Man weiß ja, worinne dieerste astronomische Beobachtung der Griechen bestand?nämlich Eukcemon und Meton selbst beobachteten zu-erst im Jahre g;r vor unserer Zeitrechnung die Som-mersonnenwende. Es ist aber leichte zu begreiffen, woMecon diese guten Einsichten von dem Lause gedachterbeyden Weltkörper hergeholet haben mag. Denn manbehauptet: er habe sich einige Zeit in Aegypten aufge-halten *; und warum den nicht auch in Chaldäa ? Wereinmal, um die Wissenschaften zu erlernen, auf Reisengehet, der gehet doch wohl auch zu der Quelle derselben?Also hatte Meron diese Idee sicher bey den Chaldäernoder Aegyptiern erhascht. Er durfte nur von jener ijährigen Periode, die beynahe bey allen oben angeführ-ten alten Völkern im Gebrauch war, benachrichtigt seyn:und er war verschlagen genug, sie in seinem Vaterlands,nach dem Beyspiels anderer Griechen, für seine eigeneErfindung auszugeben. Uns scheint diese Konjektur al-lerdings viel wahrscheinlicher als jene lange Reihe vonIdeen und Vernunstschlüssen, durch welche nach Sca-ligers Meynung, Mecon seinen goldenen Zeitkreis er-funden haben soll.** Aber gesetzt: er habe von jener19jährigen Periode der Alten nichts gewußt: so mußihm doch die Periode der Chaldäer von 22z Mondrevo-lutionen , oder 18 Jahren und ohngefehr i o Tagen be-kannt gewesen seyn. 'Also durfte er nur noch ein Mon-denjahr von Z54 Tagen und etlichen Stunden hinzuse-Hen, um auf den Gedanken von seiner l yjahrigen Pe-riode zu kommen. Und wenn der letztere Fall statt fin-det: so wird er dem Mecon noch immer Ehre genugS r machen.
* 2ten Band. 7. Absch. H. 7.
** äca/r^e?-. Oe Lttisuä. ssemp. l.. II. p. 74.