»7O Sternkunde bey den Pythagoräern.
Aber die dieses von dem Venopides behaupten, sagennichts wahrscheinliches: denn die andern alten Astro-nomen schaßten das Jahr alle entweder auf z6; oderauf Z65 und einen Viertelstag; und diese Größe über,stiegen sie, um sich der wahren Größe des Jahres zunähern, niemals. Daher scheint es, als ob sich hierein Schreibefehler eingeschlichen habe, oder sonst einMißverständnis; vorgefallen sey.
Angeführte 59jährige Periode wurde, um eine Zeit-rechnung festzuseßen, in einer Versammlung bei) denolympischen Spielen vorgeschlagen: * aber aus verschie-denen Umständen erhellet, daß man sie nicht annahm.
Man sagt auch: L>enopides habe die Milchstraßefür den ehemaligen Sonnenweg, welchen die Sonne soweiß gebleicht oder gleichsam verkalcht habe, gehalten?*Er glaubte ferner: im Mittelpunkte der Erde existireein beständiges Feuer oder eine Wärme, die von derSonnenwärme ganz unabhängig sey. Und daraus er-klärte er, warum es Winterszeit in den Kellern so warmzu seyn scheint, und warum das tiefe Brunnenwasser imWinter raucht, wenn man es heraus schöpft.*** Daßim Innersten der Erde stets eine gewisse Wärme herrscht,ist zwar richtig s: aber L>enopldes machte hiervon nureine unschickliche Anwendung.
Mit dem Denopides verlosch zugleich die phytha-gorische Sekte, die nun neunzehn ganzer Generationenhindurch geblühet hattes s: denn die Schule des So-krates schwang sich itzt schon auf den höchsten Gipfelihres Ruhms und trug ohnfehlbar zum Untergange der
pytha.
* ^e/ra«»5. V-->r. tlickor. I.. X. c. 7,
** c. 24.
*** K»eca. (chi^eti. Xsr. l.. IV. c. 2.
4 tttarea». lvlem. 8cien. ?nne. 1764.
liick. nsrurelle cles ^lineraux.
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