258 Sternkunde bey den Pythagoräern,
um die Sonne geschleudert wird: aber öffentlich sagteer, um nicht den Lehren der Religion zu widersprechen:die Erde ruhet im Mittelpunkte der Welk.
Was die philosophischen Ideen, di? Pythagorasüber die Entstehung der Welt in Indien geholt hatte,anbetrifft: so waren es folgende; er sagte beym Anfan.ge aller geschaffenen Wesen wurde dasausgedehnte Chaosin die verschiedenen Weltkörper zerthcilt; und dies; ge-schah in einer Zeit zwischen der ursprünglichen Nacht undder Entstehung des Lichtes; aber im Mittelpunkte derNacht war der Anfang des Lichtes in der Gestalt einesFeuerfunkens; dieser Funke zog nach und nach meh-rere ihm ähnliche Theilchen an sich, und wuchs so groß,daß er endlich die Finsterniß nach allen Gegenden, inVerhaltniß ihrer Ausdehnung und Abstand von ihn:,erleuchtete; und auf solche Art entstand mitten im Reicheder Finsterniß das Reich des Lichtes, dessen sphärischeGrenzen sich bis an jenes auSgehölte und blau gefärbteWesen, das man den Himmel nennet, erstreckten.
Herr Abbe'' le Batteux, von dem wir diese Mey-nung des Pythagoras entlehnt haben, macht ben an-geführter Stelle die Anmerkung, daß dergleichen Ideenden Pythagoras selbst auf die Gedanken, von demStande der Sonne im Mittelpunkte der Welt, habenleiten müssen: denn es sey ganz natürlich, daß er dieResidenz dieses Gestirns, oder des Königs der Welt,mitten in seinem Reiche angenommen und das allsehendsAuge, an einen Ort, welcher von allen Grenzpunkten derWelt gleichweit abstehet, feste gesetzt habe. *
Allein uns scheint dieses nicht wahrscheinlich. DennPythagoras hatte seinen Schülern den Satz, daß dieSonne mitten, in unserm Planetensystem schwebet, schon
vorher,
* Ictem. äs I'^csä. äs» InlAixlicns. lom. XXVH.