256 Sternkunde bey den Pythagoräern,
hieraus erhellet, daß man den Ursprung des Vorurtheilsder Griechen von der Nothwendigkeit eines gleichförmi-gen Kreislaufs der Himmelskörper dem Pythagoraszueignen muß. Denn jene philosophische Berrachtun- ^gen des Kreises und der Kugel sind auch von ihm auf
die Bahn gebracht worden.
Es scheint aber, als ob überhaupt jene abstrakte 'Ideen von der Schönheit und von der größten Vollkom»menheit gewisser mathematischer Figuren bloß in Grie»chenland zuerst entstanden seyen: denn die altern gelehr- ^
ken Nationen sammleken lieber Beobachtungen, und grün.deten ihre Kenntnisse bloß auf Grundsätze ans der Er-fahrung : die Griechen hingegen waren von Natur bloßauö einigen, oftmals ganz falschen Erfahrungen, ganzeJahre hindurch zn philosophiren, aufgelegt. Unterdessenhat doch IVHiston schon dafür gehalten, als ob diese «i"
Idee von der sonderbaren Vollkommenheit des Kreises ^
und von dem kreisförmigen Lause aller Planeten längst M
vor der Sündfluth existirk habe, und daß die Tradition irr!
dieser Meynung nur sehr lange verunstaltet und dunkel >M
geblieben sey. nch
Uebrigens muß man doch auch aus dieser Meynung m
schließen, daß die ältesten Menschen überhaupt keine an- ltt
dere krumme Linie, die in sich selbst zurücke läuft, als chß
die Kreislinie gekannt haben können: von der Ellipse,in welcher sich die Planeten eigentlich bewegen, wußtensie nichts. Die Akademiker, oder die Nachfolger desPlato fanden hierauf zwar unter den Kegelschnitten ^
auch angeführte Ellipse; aber gesetzt auch, man habe die-se den Bahnen der Planeten angemessener, als die Kreis- dtW
linie gefunden: so würde man es doch wegen jener ein- 'gewurzelten hohen Idee von dem Kreise, die Bahnender Planeten für Ellipsen zu hal en, nicht gewagt haben.
pychagoras behauptete zwölfverschiedene Himmels.
spharen: