und Philosophen der jonischen Sekte. 249
kein, vielleicht hat ihn eine alte' Tradition der Chaldaerauf diese Gedanken gebracht. Wir haben oben gezeigt,daß die Chaldäer jene überaus langsame Bewegung desPols, oder welches gleichviel ist, die stets abnehmendeGröße des Neigungswinkels der Sonnenbahn gegen denAequator, lange Zeit vor der Existenz unserer griechi-schen Philosophen kannten. Ob nun aber diese Bewe-gung des Pols und daher die schiefe Lage der Erda,re ge-gen die Sonnenbahn gleich überaus regelmäßig geschie-het; und ob dieses gleich die Chaldaer selbst bemerkt ha-ben werden: so hat Anaxagoras diese Dinge, wegenunzureichenden Nachrichten vielleicht doch nicht völligeingesehen und die Bewegung des Pols überhaupt fürganz unregelmäßig gehalten.
Aber, wenn man den Nachrichten des plurarcho*,der die Meynungen der Philosophen freylich sehr untereinander geworfen und ohne Beurtheilung vorgctragenhat, Glauben beymessen dürfte: sowüßte inan fast nicht,was man von dem Anaxagorcrs denken sollte, wenner die Ursache der Sonnenwenden wirklich auch in derUndurchdringlichkeit und in dem Widerstande jener dich,ten Lust, die sich in dem Nord und Süd befinden sollte,gesucht hatte. Er war ja ein Nachfolger des Tchales;er hatte sich zu dessen System bekannt: und Thaleswußte ja, daß die. Sonne bloß wegen der Schiefe ihrerLaufbahn niemals über die Wendezirkel ausschweifenkonnte?
§. 16.
Die Milchstraße hielt Anapagoras anfangs füreinen Schein des Sonnenlichts; aber in der Folge sagter: die Milchstraße ist weiter nichts als eine Menge klei-ner Sterne, die am Tage von dem Hellen Sonnenlichte
O. 5 vrr-
* Oe klacius klüloloxborum. O. H. c. 2Z.