24F Sternkunde bcy den Griechen,
Anaxagoras behauptete ferner, daß die Sonneein feuriger Körper und größer als die Halbinsel Pe-loponnesuS wäre, piurarch spricht: Ana,ragorasHabs die Sonne für einen glühenden Stein gehalten;und Diogenes Laernus behauptet; erhabene viel-mehr mit einem glüenden eisernen Berge verglichen.Allein man hak die wahre Meynung des Anaxagorasohnfehlbar sehr übel verstanden und verdrehet. Dennman stehet leichte, daß dieser Philosoph weiter nichts hatsagen wollen, als daß die Sonne ein wirkliches Feuersen; uudj Aenophon machte sich über den Anaxago-ras, deswegen, weil er die Sonne für einen wirklichenFeuerklumpen ausgab, überaus lustig. .Lenophoilwar zwar in seinem Fache ein großer Gelehrter: abervon der Sternkunde verstand er nichts, und er hatte nichtüber die Lehrer desselben spotten sollen.
§. - 5 .
Was die Bewegung der Erde um ihre Ape anbe«trifft: so glaubte Anaxagoras, daß dieselbe anfangssehr unordentlich gewesen wäre. Er sagte: Die Erdehatte anfangs gar keinen bestimmten Pol; denn sie dre-hete sich bald aus Abend gegen Morgen, bald aus Mit-ternacht gegen Mittag und umgekehrt um ihren Mittel-punkt; endlich aber erhielt die Erde eine gleichförmigeBewegung und eine schiefe Lage ihrer Axe gegen dieSonnenbahn; und dieß geschah deswegen, weil die Vor-sehung den Erdball bewohnbar und, vermöge der vierJahreszeiten, fruchtbar machen wollte. Anaxaczoraswar also kein Atheist.
Nun könnte man zwar sehr wahrscheinlich schließen,daß jene allgemeine Idee der Griechen von dem Chaos,oder von dem Urstoffder Welt, den Anajragoras aufangeführte Meynung von dem unordentlichen Umdrehender Erde geleitet habe; denn die Griechen philosophir-ten über diesen Gegenstand oftmals sehr sonderbar: al-lein,