246 Sternkunde Key den Griechen,
zeuge ohnsehlbar wieder aus; sie entrisstm üe der Unwis.senheic: und machten diese Kenntniß von neueni brauch-bar. Man keimt übrigens die Gerechtiqkeitöliebe derGriechen schon, vermöge welcher sie sich die Ehre frem-der Erfindungen selbst zueigneten.
Ehe Auaximenes die Sonnenzeiger erneuerte, darichteten sich die Griechen in der Bestimmung ihrer Thei-le des Tages bloß nach der Länge des Schattens irgendeiner Säule. So war es bey ihnen Mittag, wann dieLänge dieses Schattens zehen oder zwölf Fuß betrug u.s. w. Und die Aufsicht über dieses Fortrücken des Schat-tens war gewissen Sklaven, welche von der bestimmten Län-gen des Schattens zu verschiedenen Zeiten des TagesNachricht ertheilen mußten, anvertrauet.*
§. ,4.
Dann folgte Anaxarzsras von Clazomena, der imJahr 500 vor unserer Zeitrechnung geboren war. Die-ser vemachläßigte alle feine eigenen Angelegenheiten so-wohl als die öffentlichen Geschässte des Staats und be-trachtete bloß die Erscheinungen der Natur. Als manihn erinnerte, daß er doch auch auf das allgemeine Be-ste seines Vaterlandes Rücksicht nehmen sollte, da gaber zur Antwort: meine Augen, sind stets gegen mein Va-terland gerichtet und wicß gen Himmel. Man fragteihn ferner: worinne bestehet die natürliche Bestimmungdes Menschen? und er antwortete: darinne, daß er dieSterne betrachtet. Dergleichen enthusiastische Gesin-nungen dürfen uns eben nicht befremden. Aber wir wol-len ißt seine Lehrsätze anführen.
Er sagte: dis obere Gegend der Welt nenne ich Ac-ther, und dieser bestehet aus einem reinen Feuer; der Ae-kher bewegt sich mit einer undenklichen Geschwindigkeitin einem Kreise um die Erde herum; er hat ehemals
schon
* Kiew. äsl'^csZ. äez Inkerixrion5, 1. IV. x. IZ 7 >