und Philosophen der jonischen Sekte. 245
sein Lehrer Thaies ihre kugelförmige Gestalt allerdingskannte, vollkommen widerlegt*. Vielleicht brachte dasVerzeichniß der Länder des Anapimander, welches denUnwissenden in diesem Fache eine Idee von der ebenenGestalt der Erde beyzubringen schien, einige Gelehrte aufden Irrkhum, als ob gedachte Philosophen die Erde inder That für eii cn Teller gehalten hatten.
Aaaximems war der erste, der den Himmel füreinen festen Körper hielt, plmarch** sagt: er habesich den Himmel aus reiner Erde, oder aus einer dich-ten und zugleich höchst feinen Materie zusammengesetzt,vorgestellek. Damals konnte man freylich noch auf dieGedanken kommen, als ob die Sterne wie goldene Zwa-cken in das saphirne Gewölbe deö Himmels geschlagenwaren.
Er soll auch die Sonnenuhren erfunden haben. Al-lein, ob man ihm diese Ehre, wegen des Gnomonö, denAnapiinander zu Lacedämon errichtet hatte, eben nichtsehr hoch anrechnen dürfte: so fallt doch der Ruhm so-wohl dieser als jener Erfindung wahrscheinlicherweisegar nicht auf die griechisch Philosophen zurück. Bero-sns jener große Astronome brachte den Gnomon, dieEin-theilung deö Tages in zwölf Stunden und ohnfehlbarauch die Sonnenuhren aus Asien, wo diese Kenntnisseüberhaupt schon langst zu Hause gewesen waren, nachGriechenland. Allein damals bekümmerten sich die Grie-chen um dergleichen babylonische Neuigkeiten wenig: ih-nen gefiel bloß die Einteilung des Tages in zwölf Thei-le, ohne sich um eine sonderliche Genauigkeit dieser Thei«le zu bekümmern; man vergaß den Gnomon und denSonnenzeiger des Berosns ganz. Aber Anaximan-der und sein Nachfolger spaheten diese nützlichen Werk-e Q z zeuge
* Os plrcitiz kbllok. O. III, c. IO.
** Ibiäem. I.. II. c. II,