2 Z8 Sternkunde bey den Griechen,
bracht. * Man darf sich aber eben nicht wundern, daßdieser weise König, der so heilsame Gesetze entwarf, unddie Bewegung der Himmelskörper so gut kannte, seinerIdee von der sonderbaren heiligen Natur, einer ungera-den Zahl, das allgemeine Beste seiner Römer, in Rück-sicht auf die Ordnung ihrer Geschäfte und Bestimmungder Zinsen aufopferte: denn man findet dergleichen Bey-spiele von ähnlichen Vorurthcilen, die man gleichsam zuGlaubensartikeln gemacht hat, auch noch bey den auf-geklärtesten Nationen unserer Zeiten; die Finsterniß derNacht fliehet zwar vor den Stralen der ausgehendenSonne schnell dahin: aber hinter dem dicken Walde,durch den sich auch nicht einmal einzelne Stralen hindurchstehlen können, und hinter jenen herüber Hangenden Un-geheuern Felsen, da bleibt doch noch viel Schlagschat-ten zurück. So lange als noch finstere Körper existirenwerden: so lange wird man auch neben dem Lichte Schat-ten antreffen; und wo Menschen seyn werden: da wirdsich auch Jrrthum und Thorheit unter die Wahrheit undWeisheit incngen.
Uebrigenö sagt man auch: Nuina habe sogar daswahre Weltsystem gekannt, und die Sonne mitten in un-ser Planetensystem gesetzt. Aber, wo er alle die Kennt-nisse her hatte, wissen wir nicht und gehen wieder nachGriechenland.
§. IO.
Thales, der zuerst den Grund der Sternkunde beyden Griechen legte, ward im Jahre 641 vor ChristiGeburt zu NNlcttlö von erhabenen Aeltern gebohren:denn sie waren Nachkommen der phönicischen Könige.Als Jüngling gieng er, um sich in der Religion unter-richten zu lassen, nach Creka: dann führte ihn, bey rei-ferm Alter, sein Geschmack an den Wissenschaften, auch
nach
* I.ll>. I. c. lg.