und Philosophen der jonischen Sekte. 225
§. 2.
Zu eben der Zeit wunderten auch verschiedene andereastronomische Kenntnisse aus dem Orient nach Griechen-land. So weiß man, daß Orpheus gewisse Lehrender Sternkunde und eine Göttergeschichte, in welcher erdie morgenländische Religion und Astronomie als Dich-ter besang, nach Griechenland gebracht haben soll. Auchbehaupteten die gelehrten Griechen zu allen Zeiten, daßdie Verse des Orpheus lauter philosophische Wahrhei-ten und astronomische Grundsätze lehrten. Orpheuswar ein Reisegefährte der Argonauten: und er muß sei-ne astronomischen Kenntnisse Ln Aegypten oder Asien ge-lernt haben. Dichterisch mahlte er diese Wissenschaftdeswegen, weil die Dichtkunst damals der einzige Weg,merkwürdige Begebenheiten und brauchbare Entdeckun-gen zu verewigen, war. Und dieß ist das Buch, in wel-chem man die Quellen aller jener, zum Thsil sonderbaren,Ideen der Griechen über die Bildung der Welt, überdie Veränderungen, welche sie erlitten hat, über die ver-schiedenen Arten ihres Grundstoffs, über die Verschie-denheit ihrer Bewohner, und über die verschiedenen astro-nomischen Erscheinungen unter verschiedenen Himmels-strichen, aufsuchen muß.
Die Griechen waren damals, um dergleichen Er-scheinungen aus eigenen Geisteöfähigkeiten zu berechnen,oder solche Kenntnisse aus der« Quellen ihres eigenen Gei-stes zu schöpfen, noch viel zu roh und unwissend. Alsokonnten sie diese Berechnungen nicht gemacht haben: son-dern diese Kenntnisse mußten ihnen bloß aus der Traditionbekannt seyn.
Das Gedicht von den Argonauten, welches 750Jahr vor Christi Geburt * verfertigt worden ist, nenntdie Cimmerier, einein die ewigen Finsternisse verdammte
Na-
* klemolres cle l'^c»ä. cler Inlcrrpnons. 1°. IX. p. ^ 5 .
P