224 Sternkunde bey den Griechen,
Sonnenjahres, und der zwölf himmlischen Zeichen desThierkreiseö von seiner Reise mit nach Griechenland ge-bracht : und ihm dem Alcäus, wurde der Nonne -Her.nies ohne Zweifel aus Erkenntlichkeit für die Nachrichtund Beschreibung gedachter Himmelskugel, beygelegt;denn in Rücksicht auf Griec^nland war er gleichsam derErfinder dieses nützlichen Werkzeugs. Auf gleiche Artwurden auch Ehiron und Musäus als Erfinder befiel-ben verehrt: denn Lhiron hatte den Gebrauch befiel,ben erklärt und Musaus die Geschichte der Götter un.ter gewissen Sternbildern an den Himmel und daherauch auf diese Kugel gesetzt. Die Sternbilder der grie-chischen Sphäre behielten zwar fast eben die Gestalt, diesie auf der chaldäischen hatten: allein da diese, wie obengezeigt worden ist, bloße Figuren der Menschen und Thie-re ohne Namen waren: so suchte Musäus die alte Ge-schichte seiner Nation besonders aber die Reise der Argo-nauten und die damit verknüpften Begebenheiten in die-sen Bildern zu verewigen. Auf solche Art errichtete erden Helden seines Vaterlandes ein ewiges Denkmal, undnationalirsirte gelichsam diese Himmelskugel bey denGriechen.
Musäus warein Dichter, und die Dichter pfle-gen sowohl ihre Helden als Mädchen zu vergöttern: da-her wurde auch Herkules, wegen angeführter Einfüh-rung der Himmelskugel und Sternkunde, nicht verges-sen; und diese glückliche Idee gefiel den Griechen unend-lich. DenN dieß war ein angenehmes Futter ihrer eitelnGesinnungen, wenn sie ihre Vorfahren und die Geschich-te ihrer Helden gleichsam am Himmel erblickten. Daübrigens Musäus soviel Veränderungen mit der chal-däischen Sphäre vorgenommen hat: so kann man ihmdie Erfindung der Himmelskugel, deren wir uns nochihr bedienen, einigermaßen mit Recht zueignen.