226 Sternkunde bey den Griechen,
Nation*: unddieß sagt eigentlich Orpheus, welchenViismakricus redend einführt. Man stehet aber leich-te, daß er unter den Cimmeriern die nordischen Natio-nen, welche jährlich des Sonnenlichts einige Monathelang beraubt sind, bezeichnet haben muß: denn die Tra-ditionen, auf welche sich Oiiornakrims bezog, warennoch aus den Zeiten des Homers; und dieser sagt fastdas nämliche von den Cimmeriern.
Jenes Volk, welches nach dem Herdoms*", jähr-lich sechs Monathe lang den Sonnenschein entbehreninußte, war augenscheinlich jene Nation, die nahe umden Nordpol wohnte.
Dieß alles war schon, wie aus den Unternehmun-gen der Argonauten erhellet, vor den Zeiten des Pythi-as , welcher unter allen Griechen zuerst eine Reise nachden mitternächtlichen Gegenden wagte, bekannt: undPythias lebte ohngesehr fünfzig Jahr nach dein Hcro-dorus, und roo Jahr nach dem Onomakrirus.
Die Nachrichten von den Unternehmungen der Ar-gonauten scheinen zwar bloß das Werk eines Dichters zuseyn: allein man würde demohngeachket sehr übereiltschließen, wenn man diesen antiken Romanen die wahreGeschichte, die der Dichter zum Grunde gelegt hat, ab-sprechen wollte; der Dichter suchte sein Werk bloß durchdas Wunderbare und durch die eingefiochteren sonderbarenBilder und Episoden zu verschönern. Und das wesemli-che bleibt, ohngsachtet der eingestreueten Fabeln, eineunumstößliche Wahrheit.
Also müssen die alten Griechen schon vor dem Py-thias die Natur der Nordländer gekannt haben; aberes fragt sich nur: wie sind sie zu dieser Kenntniß ge-langt? und wir antworten: die Griechen erlangten sie
von
* klsmoü'SZ cle 1 '^caä. cier Inü.'1'ipr. 1 °. XII. x. 125.