Druckschrift 
1 (1777)
Entstehung
Seite
217
Einzelbild herunterladen
 

Sternkunde bey den Aegpptiern. 217

hielte, aufbewahret -worden seyn: allein man hat dieUnmöglichkeit, eine so große Menge von diesem kostba-ren Metalle zusammenzubringen, allerdings erkannt;und man behauptet aus gegründeten Ursachen, daß die-se Krone bloß übergoldet gewesen seyn mag.

Gedachte Krone hatte einen, in die Sternkunde ein-schlagenden, Nußen: denn jede Elle ihres Umfangs be-zog sich auf einen Tag*. Auf ihrem Umfange war derAuf- und Untergang der Gestirne, und auch die astrolo.gischen Bedeutungen, welche man hieraus zu folgern pfleg,te, bemerkt. Man har die ehemalige Existenz diesesastronomischen Werkzeugs für erdichtet gehalten; undman muß gestehen, daß sich ein küpferner Kreis vonZ65 Ellen nach unserer Einsicht fast unmöglich zusam-men schmieden laßt: unterdessen hatten doch die Araberfast eben so große astronomische Gerätschaften**.Warum sollten nun die alten Aegyptier nicht eben dashaben leisten können, was doch die Araber erst nach ih.nen geleistet haben? Diese Ungeheuern Kreise scheinenin der That eben nicht wunderbarer, als die Pyramiden,die sogar ein ganzes Stadium hoch, und unten eben sobreit und dicke sind. Die Könige wollten in diesen Wer-

ken bloße Monumente ihrer Macht und ihres Reich-thumS errichten: und so entstanden diese großen Maschi.nen, ohne auf ihre Brauchbarkeit Rücksicht zu nehmen;denn die ungeheure Größe dieser Werkzeuge verhinderteden Gebrauch. Unterdessen wollen wir doch für die ehe-malige Existenz jener Krone eben nicht stehen; wir wol-len nur so viel sagen, daß sich zwey historische Momenteauö der alten Sternkunde auf keine andere Ärt als durchden Gebrauch dieses Werkzeugs erklären lassen. Näm-lich : wir pflegen noch heutiges Tages die DurchmesserO 5 der

* Ororio^»5 A'c«/«§. I.ib. I. keÄ. 2. p. roz.

** Geschichte der neuern Sternkunde.