Sternkunde bey den Aegyptlern. 215
diese Richtung durch ein blindes Ohngefehr nicht so ge-nau hatte ausfallen können: so müssen die Aegoptier da-mals die Mittagslinie allerdings zu ziehen gewußt ha-ben; und dich ist meines Erachtens der deutlichste Be-weis, welchen man von dem hohen Alter der ägypti-schen Beobachtungen angeben kann. Diese entschlichenSteinhaufen scheinen daher aus keiner andern Ursache sogroß, so bewundernswürdig, und so feste ausgeführtzu feyn, als weil man ewige Denkmäler der astronomi-schen und mathematischen Wissenschaften aufrichten woll-te. Der ftcilianische Diodor merkt an, daß sie zu sei-„er Zeit, zufolge einiger Traditionen Z4oo und nach an-dern, i OOo Jahr alt waren; das letztere scheint zwar inRücksicht auf das, aus andern Momenten der Geschichtebestimmte, Alter derselben allerdings unrichtig:* ** *** abervielleicht können beyde Bestimmungen zugleich Statt fin-den. Denn man darf nur annehmen, daß sie sich aufdie verschiedenen Pyramiden bey Memphis und Thebenbeziehen; und dann werden die bey Theben alter alsjene seyn.
§- 18
Die Mahomedaner glauben fast einhellig", daßdiese Pyramiden von Gran—Ben —Gian, demallgemeinen Monarchen der Welt, noch vor den ZeitenAdams aufgeführet worden sind: und man kann ihnenfreylich kein größeres Alter zueignen, als wenn man ih-ren Bau in die Zeit setzet, da noch nichts sein Daseynhatte. Die Copter schreiben die Entstehung derselbeneinem gewissen Könige Saurid * * vor der Sünd-fiuth zu, und dieses suchen sie durch eine auf einer die-O 4 ser
* aten Kand. 5. Absch. §. 29.
** -Hcrbelor. bcnm Worte Lhram. x. zir.
*** Allgemeine Geschichte, aus dem englischen über-setzt. Th. I.