2v8 Sternkunde bey den Aegyptiern.
Planeten auf der hintern Seite ihrer kreisförmigen Bah-nen befinden: so sind sie weiter als die Sonne von derErde entfernt; befinden sie sich an der vordem Seite: sosind sie ihr naher.
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Nun sind die Aegyptier unter den Alten zwar die ein-zige Nation, bey der man gedachte Wahrheit findet:allein es fragt sich, ob sie wirklich die Erfinderin dersel-ben gewesen ist, oder ob sie diese Kenntniß aus einer fil-tern Quelle geschöpft hat: und dieß ist ein Problem, wel-ches das tiefe Stillschweigen aller Geschichtschreiber auf-zulösen verbietet.
Man hat aber auch überhaupt gezweiselt, daß dieseKenntniß eigentlich bey den Aegyptiern gefunden wordensey: und dieß deswegen, weil ptolomäus in seinemgroßen Allmagest nichts davon gedenkt, und weil plaro,der doch von den ägyptischen Priestern unterrichtet wor-den ist, den Merkur und die Venus weiter als die Son-ne von der Erde hinaus seht.
Sie können aber diese Kenntniß nirgends her, alsaus Asien erhalten haben: denn es scheint, daß jenemalten Volke die wahre Natur des Weltsnstems bekanntgewesen sey. Allein wenn man dieses annimmt: so fragtsichö noch immer, warum sich die Aegyptier nur einenTheil dieses Systems und nicbt das ganze zugeeignet ha-ben ? Ihre Lehre von der Bewegung des Merkurs undder Venus um die Sonne ist nur ein Theil des Ganzen:und hieraus wird es wahrscheinlich, daß diese Erfindungden Aegyptiern selbst zugehärek. Es scheint bloß, alsob es ihnen an Genie und mehrern Beobachtungen, umgedachte Idee auch auf die übrigen Planeten auzuwen»den, gemangelt habe.
Die Quelle aller Mißverständnisse und aller abge-schmackten Meynungen der Alten war ihre geheimeSchreibart oder die Hieroglyphen, in welche die Natio-nen