Sternkunde bey den Aegyptiern. 227
man ihm dergleichen sonderbare Jrrkhümer verzeihen;denn er mußte ebenfalls zuweilen ausgleiten lind fallen,ehe er gut laufen und so einen so großen Preist, wie itztdavon kragen konnte. Arbeiten von Jahrhunderten wer-den wie die Steine bey einem Gebäude über einandergelegt; die Steine, welche im Grunde liegen, trageneben so viel zu dem Wesen des Gebäudes bey als dieVcrziegerungen des Gebäudes selbst: und das letzteJahrhundert würde das erste mit Unrecht tadeln.
§. 14.
Unter allen Entdeckungen der Aegyptier ist die, vonVerwahren Bewegung des Merkurs und der Henris, diemerkwürdigste. Was die Ordnung und Lage der fünfübrigen Welkkörper unsers Sonnensystems anbetrifft: sostimmten die alten Aegyptier mit einigen andern altenNationen darinne überein, daß sie den Saturn zu aus-serst, dann den Jupiter, hierauf den Mars und dieSonne, und zunächst der Erde den Mond setzten: alleinin Rücksicht auf die Venus und dem Merkur weiß man,daß sie einige naher als die Sonne, und andere weitervon der Erde entfernt zu seyn glaubten: und die Aegyp.kier entdeckten die wahre Lage und Bewegung dieser Welt-körper. Daher nennt auch Cicero* diese zween Pla-neten nach dem Beyspiel der Aegyptier comitez soll--.Null konnten die Alten zwar dieses leichte bemerken, daßsich gedachte Sterne niemals weit von der Sonne ent-fernten : aber da die Aegyptier auch auf ihre wirklicheBewegung um die Sonne, die sie keinesweges wahrueh-men konnten, schlossen: so machte ihnen dieses unendli-che Ehre. Sie wußten überdieß auch, daß die Bahndes Vlerkurs kleiner ist, als die Bahn der Venus unddaß die erster«? vcn der letzkern gleichsam eingeschlostenoder umgeben wird. Daher sagten sie: wenn sich diese
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* Lcs/u'o«» Lvmnium.