Sternkunde bey den Aegyptiern. 205
Uebrigenö sollen auch die Aegyptier, nach der Mey«nung einiger Geschichtschreiber, die rechtlauftge und rück-gängige Bewegung der Planeten fleißig beobachtet undastronomische Tafeln auf undenkliche Zeiten verfertigt ha-ben. Aristoteles * behauptet gar, daß ihnen einigemal verschiedene Fixsterne von den Planeten bedeckt er-schienen seyen. Allein alle diese Beobachtungen von Fin-sternissen und von Bedeckungen der Fixsterne, wie auchihre astronomischen Tafeln, sind, wenn sich auch allesin der That so befunden hatte, niemals aus ihren Tem-peln hervorgezogen, sondern unter deren Schutt begra-ben worden.
Es ist auch wahrscheinlich, dasi die Aegyptier schonden Gedanken von mehr als einer Welt, weichen Fon-tenelle so sinnreich zu verneuern wußte, gehegt haben:denn sie nannten den Mond eine ätherische Erde; undes ist bekannt, daß die Pythagoraer sowohl als die Phi-losophew.der jonischen Sekte das nämliche lehrten. Py-thagoras und Thaies hatten diese Lehren in Aegyptengeholet.
Was die Fixsterne anbetrifft: so hielten die Aegyp-tier dieselben für brennende Fackeln, welche verniöge ih-rer , mit einander vermischten Ausdünstungen, alle ver-schiedene Gattungen der Körper auf unserer Erde er-zeugten. * *
UebrigenS waren die Aegyptier freylich durchaus mitjener astrologischen Seuche angesteckt: und es wäre zuwünschen, daß sie ihre brauchbaren astronomischen Kennt- ,nisse eben so, wie ihre astrologischen Irrthümer, zumallgemeinen Besten anzuwenden gesucht hatten. Ma-nethon, dieser ägyptische Priester, hat sechs Büchervon dergleichen astrologischen Offenbarungen geschrieben
und
* 2ten Band. Absck. §. 19. 22. 2z.
* 2tcn Band. 5. Absch. §.2;.