198 Sternkunde bey den Aegyptiern.
welchen die Aegypticr zuweilen unterrichtet wurden, dergedachten Einschaltungen, auch bey ihrem Religionsjah-ren bedienten: so bemühetcn sich die letztem aus allenKräften eine solche Einführung in ihrem Lande, die sichvon ihren Nachbarn leichte hätte herüberschleichen kön-nen, sorgfältig abzuwenden.
Ans solche Art konnten sich denn in der Folge dieAegyptier dieses Jahres sreylich nicht zum Anordnen ih.rer Feldarbeiten bedienen. Die Zeit der Aussaat undder Aerndke richtete sich nach der Ueberschwemmung desNils; diese Zeit verkündigte, wie bereits gesagt wor-den ist, der Hundstern; und so hatte man in Aegyptenzweverlev Jahre: nämlich das bereits gedachte bürger-liebe und das natürliche, oder das Jahr des Ackerbaues,dessen Anfang ihnen allezeit Sirius oder der Hund ent-gegen boll.
§. 8 -
Da man nun zugeben muß, daß der Anfang dieserzwey verschiedenen Jahre allezeit nach ohngefehr viermalZ6s Jahren zusammen gefallen ist: so entstand darauseine Periode von 1460 Sternjahren oder 1461 Reli-gionsjahrcn. Diese Periode war bey den Aegvpkiern ingroßen Ansehen: man nannte sie das große Jahr, dosJahr Gottes oder des Thorh, wie auch das sothischeoder Hundojahr. Das reiste Jahr war daher beyihnen ein Jahr der Wiederbringung des UeberflusseSunddes Vergnügens? Sie hofften in diesem Jahre deswe-gen eine reiche Aerndte zu halten, weil der Hund nunnach so viel zurückgelegtcn Jahren die Ueberschwemmungdes Nils in eben der Jahreszeit, in welcher dieses vor1461 RcligionSjahren geschehen war, anmeldete, undweil überhaupt die vier Jahreszeiten in diesem Jahremit den Jahreszeiten des Bauerjahres durchaus über-einsiimmten.
Nach