Sternkunde bey den Aegyptiern. 197
spater erscheinen. Also bemerkten die Aegyptier denIrrthum ihres Sonnenjahres allerdings, und schaltetenalle vier Jahre vermuthlich einen Tag ein.
§. 7 -
Auf solche Art entstanden nun schon bey de» Aegyp-tiern zweyerley Jahre: denn sie behielten die ersiere Artvon z6) Tagen bey. Dieses nannten sie das bürgerli-che, und jenes, von Z65 und einem Viertelstage, dasnatürliche Jahr. Das erstere wurde also aller vier Jah-re um einen Tag zu kurz und, da sich ihre Festtage aufdieses bürgerliche Jahr gründeten: so sielen dieselben,nach etlichen Jahrhunderten, schon um etliche Monathespak'r, und daher in eine ganz andere Jahreszeit, alsanfangs. Dieser Abweichung suchten die Aegyptier kei-neswegeS vorzubeugen: denn hieran wurden sie durch ei-nen gewissen Glaubensartikel, welcher alle Arten vonEinschaltungen fürsündlich erklärte, verhindert*; siever-abscheueten dieselben und glaubten, daß diese Beweglichkeitder Feste ihrer Göttin der Isis, so gefällig sey. Und siescherten damals bloß das Fest dieser Göttin und dasFest des Hundsterns.
Dieses Zurückweichen gedachter Feste, welches mangleichsam eine ordentliche oder reguläre Unordnung nen-nen könnte, war in ihren Augen so verehrungswürdigund so heilig, daß die Priester sogar ihre neuen Könige,bey deren Krönung und Einweyhung, in den Tempelder Isis führten und ihnen daselbst den Eid, daß siedas eingefühte Religionsjahr nicht abschaffen, die Be-weglichkeit der Feste beschützen, und niemals weder Ta-ge noch Monathe einschalten wollten, unter großen Feyer-lichkeiten abnahmen;* * und da sich die Persier, vonN z wel-
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