ly6 Sternkunde bey den Aegyptiern.
fernen und auf die Hügel flüchten mußten. Als manaber dieß Aufschwellen ein paar Jahre hinter einandererlebt hatte: dann schloß man auch auf die Zukünftigen:und um die Zeit seiner herannahenden Ueberfchwemmnngvoraus zu bestimmen, war man auf gewisse Kennzeichenbedacht. Man betrachtete den Himmel fleißig: undman bemerkte, daß allemal ein großer Heller Stern kurzvor dieser Ueberschwemmung in der Morgenröthe er-schien und kurz darauf von den hervorstechenden Sonnen-stralen verdunkelt wurde. Da nun dieser Stern um die-se Jahreszeit alle Morgen verschwand, indem er kaumerschienen war: so glaubten sie, daß er dadurch bloß dieUeberschwemmung des Nils, wie die Hunde durch ihrBellen, anmelden wollte. Daher nannten sie auch die.sen Stern, Taaut, oder Hund.* Man nennete ihn aberauch den Stern des Nils, den Sihor oder Siris: undaus diesem lehtern Namen ist das Wort Sirius, wiewir ihn noch heut zu Tage nennen, entstanden. Alsomachte man die Erscheinung dieses Sterns zum allge-meinen Kennzeichen der nahe bevorstehenden Ueber-schwemmung ; man brachte das Vieh und die eingeärn-deten Früchte des Landes auf die erhabenen Gegenden:und so erwartete man die Zeit, nach welcher sich derNil in seine Ufer wieder zurück senkte, und die oft etlicheMonathe lang dauerte, geruhig.
Hieraus läßt sich nun leichte begreifen, daß die Er-scheinung dieses Sterns von den ineisten Aegyptiern oftund sorgfältig beobachtet worden seyn muß. Folglichwerden wenigstens einige derselben bald eingesehen haben,daß dieser Stern nach etlichen Jahren keinesweges mehrin dem nämlichen Tage ihres Jahres, wie anfangs, dieUeberschwemmung anmeldete: denn nach vier verlaufe-nen züztägigen Jahren mußte er schon um einen Tag
später
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