»9L Sternkunde bey den Acgyptiern.
drever Jahreszeiten hätte )lnlaß geben können. Merku-riuS bewegt sieb zwar ohngefehr in drey Monathen umdie Sonne: allein ist es wohl nur im geringsten wahr-scheinlich, daß man die Revolution dieses Planeten, wel-chen man so selten zu sehen bekömmt, zu einem An ma-ße gemacht haben sollte? Man halt übrigens dajür, daßder Nil durch sein periodisches Aufschwellen und Nieder-sinken zu der Bestimmung, desstlbe» Gelegenheit gegebenhabe; denn dieser soll abrzcit vier Monathe lang steigen,dann in einer eben so langen Zeit fallen, und endlichauch drey ganzer Monathe hindurch ruhig fern: alleinV diese Meynung würde vielleicht einigen Verfall ve> die-nen, wenn man nur darthun könnte, daß dieses Stei-gen und Fallendes Nils in der That alle Jahre sogleich-förmig erfolgt jey. Also bleibkuns keine andere Erklä-rung übrig, als die, welche wir bereits oben im fünf-ten Abschnitte, gegeben haben Sie ist unter allen diewahrscheinlichste und setzt den Ursprung dieser Art vonJahren ohngefehr unter den 78sien Grad nördlicherBreite. *
Horus, der Cohn des Vst'ris war, wie einigedafür halten, der Urheber des dreymonakhlichen Jahresoder der Zeitrechnung nach den vier Jahreszeiten.
Es ist ferner bekannt, daß alle Nationen die Zeiteiner jeden Mondrevelution, nach Maßgabe seiner ver-änderlichen Gestalt, in vier Theile oder Vierteln einge-theilet haben. Diese Vierteln gedachter Zeit, derenjedes ohngefehr sieben Tage enthält, sind die Wochen.Nun hält man insgemein dafür, daß die Aegnptier dieTage der Woche mit den Namen der Planeten, oderder Götter, die sie sich unter den Namen derselben vor-stellten, belegt baben. Allein man findet diese Benen-nung auch schon bey den Indianern und Chinesen,. Und
hier-
* 2ten Band. 4. Absch. §. iv.