Sternkunde bey den Aegyptiern. 191
bloß: Atlas hat die ganze Welt auf seinen Schulterngetragen.
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Was die Zeitrechnung anbetrifft: so war diese bei-den Aegyptiern überaus viel Abänderungen unterworfen.Denn sie machten bald Tage, bald Monathe und baldJahre zur Einheit. Aber die größte Schwierigkeit liegtdech vorzüglich darinne, daß sie sich in ihren Geschichts-büchern, oder vielmehr in den Auszügen derselben, ganzverschiedener Arten von Jahren, untereinander gemengt,bedienen. Es scheint daher, als ob jede ägyptische Pro-vinz nicht nur ihre eigene Religionsversaffung, sondernauch ihre eigene Iahezahl gehabt habe.
Sie hatten Jahre von zween, drey, vier oder auchvon sechs Monatheii. Die monathlichen Jahre warenMondrevolutionen, oder die Zeiten von einem Neumon-de bis zu dem andern; die zweymonathlichen hingegengehörten zu den, in Asien allgemein bekannten Periodenvon sechzig Tagen; die dreymonathlichen entstanden ausder, beynahe gleich langen Dauer einer jeden, der vierJahreszeiten; die sechsmonathlichen bezogen sich endlichbloß auf die Zeiten von einer Nachtgleiche bis zur an-dern : diese letztere Art siiidet man noch itzt bey den In-dianern und Tartarcn. Allein, was die Jahre von vierMonathen anbetrifft: so sind diese von einer ganz beson-der« Natur. Denn ob uns gleich die Schriftsteller desAlterthums benachrichtigen, daß einstmalen nicht mehrals drey verschiedene Jahreszeiten gewesen siyen; und obman gleich auf solche Art den Ursprung gedachter vier-monathlichen Jahre leichte konjekturiren könnte: so wis-sen wir doch, daß sich die Ausmessung oder die Vestim-munq einer jeden Art von dergleichen Zeitrevolutionenallezeit auf gewisse astronomische Beobachtungen gegrün-det haben muß : und da begreiffen wir nicht, welcher Um-stand in irgend einer Gegend der Erde zu der Erfindung
dreyer