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1 (1777)
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183
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Sternkunde der Persier und Chaldäer. i8z

rig urrheilen: so muß man aus allen Hypothesen oderMeynungen, die sie gehegt hat, die schicklichste wählen;man muß aus allen Entdeckungen, welche mau ihr zu-schreibt die scharfsinnigste auöheben: und auf solche Artwird Man die Grenzen ihrer Kenntnisse und das Maaßihrer Einsichten richtiger bestimmen.

Allein, nun giebt es überhaupt zwo Arten, nachwelche» man eine jede Nation in Rücksicht auf ihre Gei-stesfähigkeiten betrachten kann: denn man untersucht ent«weder blosi den in einen? bestimmten Jahrhunderte gegen-wärtigen Zustand der Wissenschaften, oder man nimmtauch zugleich auf die Länge der Zeit, in welche sie sichdieselben erworben hat, Rücksicht; eine Nation kannvigl Wissenschaften, und dennoch, wenn sie lange Zeitdaran gelernt hat, wenig Genie besitzen. Was die er-stere Art anbetrisst: so weiß man, aus den? vorherge-henden, daß die Chaldäer die Perioden des Mondlaufs,die scheinbare Bewegung der Fixsterne, die Rückkehrder Kometen und andere wichtige astronomische Wahr-heiten gekannt haben; und hieraus sollte man nun schon,wenn mau sein Augenmerk nicht auch auf den zwectenGesichtspunkt richten wollte, auf das große Genie derChaldäer schließen: allein dieser zweete Gesichtspunkt istihnen nur gar nicht günstig. Denn man findet die Früch-te ihres astronomischen Genies auf eine Zeit von zwanzigJahrhunderten in einer sehr geringen Anzahl. Wie weitwerden wicEuropaereS nicht nach rooo Jahren gebrachthaben? und man stehet leicht, daß die Chaldäer eben nichtmit großen Geistesfähigkeiten begabt gewesen sind.

Sie waren mit den Lehrsätzen, die ihnen ihre Vor-fahren überliefert hatten, zufrieden: die wenigen hinter-lassenen Entdeckungen, waren bloß schwache Funken ih-rer Kenntnisse , die bey dieser Nation, ohne weiter umsich zu greifen, gar bald wieder verlöschten. Unterdes-sen gehören doch diese Arbeiten gedachter Nation als einM 4 Eigen-