182 Sternkunde der Persier und Chaldäer.
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Aus diesem allen erhellet hinreichend, daß man, umdie Verdienste der Chaldäer zu beurkheilen, weder aufjene alberne Meynung von der Aehnlichkeit des Erdballsmit einem Schiffe, »och auf jene sonderbare Erklärungdes abwechselnden Mondenschcinö Rücksicht nehmen darf;denn diese abgeschmackten lehren sielen bloß in die er-sten Jahrhunderten der chaldäischen Nation auf den Be-rosus; nnd zu dieser Zeit war die Sternkunde bey denChaldäern noch in dem Stande der Kindheit. Man mußden Werth ihrer Bemühungen vielmehr aus den zuletztangeführten Arbeiten ohne alle Partevlichkeit schätzen.
Können wir wohl diese so sehr verschiedene Lehrender Chaldäer mit Recht unter einander werfen oder ih-nen ein gleiches Alter zueigencn? dürfen wir wohl des-wegen, weil man nicht wenig abgeschmackte Märchenin diesen Lehren der Chaldäer sindet, alles verwerfen?Sind wir nicht selbst durch unser Untereinanderwerfenschuld, daß uns das ganze System ihrer Sternkundeganz einfältig scheinen muß? Wie würde es unfern heu-tigen Philosophen gefallen, wenn inan dereinst nach ver-lohrnen Denkmälern unserer itzigen Welkweißheit, zumBeyspiele einige abgerissene Gedanken des Herrn Abt vonCondlUac gegen einige Lehren der scholastischen Philoso-phie halten und dadurch ihren Werth bestimmen wollte?Was würden die Nachkommen wohl von unserer Natur-lehre und Meßkunst halten müssen, wenn sie unter an-dern albernen Hypothesen auch die Streitigkeiten von demleeren Raume und der Quadratur des Zirkels sinden soll-ten? würden diese von uns so unbillig, wie wir don denChaldäern denken: so würden ohnfehlbar BüffoN/Clai-raut, d' Alembert und alle die Matadoren in dasReich der kleinen Geister hinab wandern müssen.
Will man daher von dem Flore der Wissenschafteneiner Nation, deren Geschichte wenig bekannt ist, gehö-rig