Sternkunde der Persier und Chaldäer. i8r
seyn. Und die Fm'cht dieser einfachen Bemerkungen war,wie leichte zu erachten, die Kenntniß von jener Bewe-gung der Sterne in Rücksicht auf die Punkte der Nacht-gleichen.
So vereinigen sich Beweise und Wahrscheinlichkei-ten, um den Chaldäern sowohl als den Indianern, die-se Entdeckung zuzuschreiben.
§. 16.
Da nun die Chaldäer so fleißige Beobachter waren:so fragt sichs billig, ob sie auch astronomische Werkzeu-ge hatten
Man findet, wie bereits aus dem obigen erhellet,sichere Spuhren eines überaus hohen Alters der Kreisku-gcl; auch die Einführung derselben oder die Gewohnheit,vermittelstdieseö Werkzeugs astronomische Ausgaben auf-zulösen, ist ohnstreitig älter als die Chaldäer; und dieseNation bediente sich derselben allerdings. Aber dieß istnicht genug: die Chaldäer verbesserten dieses Werkzeugsogar bis zu einem beträchtlichen Grade der Vollkom-menheit. Denn ihre Sphäre war so groß, daß sie deng6osten Theil eines solchen kupfernen Kreises derselbenin rg. sehr sichtbare Theile abtheilcn konnten:* und oh-ne mathematische Werkzeuge konnten sie die Kreise ge-dachter Sphäre ohnmöglich zu deren astronomischen Ge-brauch richtig genug abtheilen. Denn mit der bloßenHand wäre doch nichts kluges herausgekommen.
Wenn man übrigens annimmt, daß der rg-ste Theileines Grades einer pariser Linie breit gewesen ist: sofolgt, daß der Halbmesser gedachter Sphäre ohngefehrzehen Fuß groß gewesen seyn muß; und wer findet dieseGröße der Verhältnisse des Gebrauchs gedachter Sphä-re nicht angemessen?
M z §. 17.
* rten Band. 4. Absch. h. 40.