»72 Sternkunde der Persier und Chaldäer.
Kenntniß derselben gedachte Schöße aus ihrem Grabehervorzuziehcn, angelegen seyn ließ.
Dieser babylonische Thurm stand in dem Tempel desBelus und war ein Stadium hoch.* Pietro dellaValle, welcher in den einsamen Ebenen des ehemaligenBabylons die Ruinen dieses Tempels gefunden zu ha-ben vorgab, sagte: die Mauern desselben stehen recht-winkelicht gegen die vier Weltgegenden. * * Also pfleg-ten die Chaldäer ihre öffentlichen Gebäude, ebenfalls wiedie Indianer und Chineser, mit der Hauptseite gegenAufgang zu richten: und diese Gewohnheit werden wirauch unten bey den Aegypkiern antreffen. Diese Gewohn-heit war überhaupt vor Alters in Asien allgemein.
Babylon hatte daher Gebäude, welche den berühm-ten ägyptischen Pyramiden an Größe und Stärke gleichkamen. Nun stehen die Pyramiden noch: und derThurm des Belus existiret nicht mehr; wenn aber dieseverschiedenen Gebäude von gleicher Dauer und der Zer-siöhrung zu widerstehen von einerley Materialien festegenug gebauet waren: so müssen diejenigen, welche dieZeit noch nicht zerstöret hat, später gebauet seyn.
Einige Gelehrte haben den Thurm des Belus mitdem babylonischen Thurm für einerley gehalten: * * * undauf diese Art würden die Chaldäer bey ihrer Ankunft indieser Stadt, welche auf den sennaarischen Ebenen er-bauet war, schon einen Beobachtungsort gesunden unddieses älteste Gebäude der Erde zum Nutzen der Stern-kunde angewandt haben.
Mond-
* Denen, welchen der Ausdruck: cerre wur eroiräan«le remple äe Lews etwa ungewöhnlich scheinet, dient zurNachricht, daß auch, wie bekannt, ein dem Göttern ge-heiligtes Stücke Feld ein Tempel heißen kann. Ueberseyer.
*' klein, /ecscl. Insc. m. XXVIII. p. 225.
* * * Hill. Mikron, p. 46.