l6Z Sternkunde der Persier und Chaldäer.
die Sonnenfinsternisse lassen sich nicht nach der Periode,nach welcher sich die Mondfinsternisse richten, berechnen.*Die Chaldäer nahmen diese Periode, um den ange-führten Beuch von einem Dritcelötage zu vermeiden drey-ma!, und machten daraus eine andere von 669 Mona-then oder 197^6 ganzen Tagen. Den Vortheil, wel-chen ihnen diese Periode gewahren mußte, kannten siesehr gut: denn nach Verlauf derselben fallt der Neu-mond oder Vollmond allezeit wieder in dem Knoten beyseiner grüßten Erdentfernung.
Es ist wahrscheinlich, daß die Chaldäer gedachte Be-merkung über die größte Erdentfernung des Monds zu-erst gemacht haben: denn ihnen har man auch die ersteuns bekannte Nachricht von der Unglcichförmigkeit desMondslaufs zu verdanken. Daher mußten sie ohnfehl-bar auch bemerken, daß der Mond zuweilen in dieserund zuweilen in einer andern Gegend seiner Bahn amlangsamsten fortzurücken schien. Den Ort seiner Bahn,wo sich der Mond am langsamsten bewegte, nennten siedas Apogäum oder die größte Erdentfernung, und be-merkten das Fortrücken desselben aus Abend gegen Mor-gen, wie auch die periodische Bewegung der Knoten,wie leichte zu erachten, hinreichend genau.**
Ob sie aber die Größe gedachter Ungleichheit der Be-wegung des Monds bestimmet haben, es ist nicht wahr-scheinlich: die alerandrinische Schule hat hierinne ohn-streitig zuerst etwas gethan. Da die Chaldäer, so wieandere Völker, ihre Kenntnisse von jenem uralten auf.geklärtem Volke gleichsam geerbt hatten: so waren ih-nen auch die Perioden von 60 und von 600 Jahren hin-terlassen worden. Sie hatten ferner, wie die Indianer,die große Mondsonnenperiode von z6oo Jahren. Len-
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* rten Band. 4. Absch. §. i;.
** rten Band. 4. Absch. H. zo.
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