Sternkunde der Persr'er und Chaldäer. 165
stirne gegen einander bestimmen lassen. Denn die allge-meine Feueröbrunst sollte sich alsdann ereignen, wannsich alle Planeten in dein Zeichen des Krebses vereinig-ten:' die Überschwemmung hingegen, wann sie ihre Zu-sammenkunft in dem Steinbocke halten würden.
Diese Weissagung des Berosus ist nach ihm öfterswiederholet worden. Scöfier, * ein deutscher Astrolo-ge des l;ten Jahrhunderts, weissagte aus der damalsim Jahre 1524 bevorstehenden Zusammenkunft desMars, Jupiters und Saturns eine allgemeine Ueber-schwemmung: und diese Prophezeiung setzte ganz Euro-pa in Schrecken. Auf eine ähnliche Art hatte man auchschon den Untergang der Welt langst vorher auf das Jahr1186 geweissaget.
Die Morgenländer hegten die nämlichen Ideen, undverknüpften mit der Zusammenkunft etlicher P'anctenebenfalls diese alberne Furcht. Dieß ist gewiß eine merk-würdige Ähnlichkeit der Menschen, daß sie unter allenHimmelsstrichen und an den äußersten Enden der Weltin einerley Jrrthümer verfallen sind. Aber die Erinne-rung an jene großen Veränderungen, welche die Erdeehemals erlitten hatte, war ohne Zweifel die Ursachedavon. Dergleichen große Planetenzusammenkünfte sindselten: und alle Erscheinungen, welche sich erst nach ei-ner Reihe von viel Menschenaltern ereignen, sind fürschwache Geister in allen Ländern fürchterlich. Aber unsereaufgeklärten Zeiten haben dergleichen Thorheiten glück-lich überwunden.
Merkwürdig ist es, daß dieser Aberglaube des Be-rssus, welcher vielleicht bey den Chaldäern 1000 oderi soO Jahr vor Christi Geburt allgemein herrschte,sich noch i s oo Jahr nach Christi Geburt in Europabefand. Aber die Jrrthümer bewegen sich wie die himm-lischen Körper immer in Kreisen herum.
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* Profess, der Gottesgel. zu Tübingen. Uebers.