Druckschrift 
1 (1777)
Entstehung
Seite
162
Einzelbild herunterladen
 

162 Sternkunde der Persier und Chaldäer.

senschast; und sie würde sich im entgegen gesetzten Fallenicht so lange ununterbrochen fort erhalten haben.

§' 6 .

Was die Namen der chaldäischen Sternkundigenanbetrifft: so findet man deren in der Geschichte überauswenig; und dieß scheint allerdings sonderbar, indem mandoch daselbst den Himmel so viel Jahrhunderte hindurchrecht handwerksmäßig beobachtet hat. Allein der Ruhmeiner jeden neuen Entdeckung wurde ohnsehlbar niemalsden einzelnen Gliedern, sondern allezeit der ganzen Prie-stergesellschaft überhaupt zugeeignek: die einzelnen Glie-der konnten sich daher nicht auszeichnen; sie hülletenihre Bemerkungen in geheime Bilder; diese wurden inihren Tempeln aufbswahret; und da sie ihre Beobach-tungen selbst verborgen hielten: so waren sie, ihre Na-men auf die Nachwelt zn bringen, desto weniger gesonnen.

plmius gedenkt eines Gstancs, der dein Zoroa-ster succedirt seyn soll: es verstehet sich, baß plüuushier den zweeken Zoroafter meynen muß. Denn die-ser Vstancs lebte am Hofe des Lerxes und machte mitdiesem Könige den Feldzug nach Griechenland. In Grie-chenland machte er sich als ein großer Hexenmeister be-rühmt. Denn plinius spricht, er habe die Welt über-all, wo er hingekommen sey, mit seiner Zauberei) an-gesteckt.

Berosus, welchen man nicht mit dem Geschicht-schreiber gleiches Namens verwechseln darf, war der be-rühmteste unter allen chaldäischen Astronomen: aber erwar ohne Zweifel auch der allerälteste. Wir halten ausverschiedenen Gründen dafür, daß er noch vor den, tro-janischen Kriege gelebt habe. * Er hat sich durch einesonderbare Erklärung der scheinbar veränderlichen Ge-stalt des Monds und der Finsternisse berühmt gemacht.

Näm-

* 2ten Band. 4. Absch.Z. ZL-