Sternkunde der Persier und Chaldäer. 159
Allein seit dem Zoroaster werden uns die Chal-däer zu unserer Absicht allerdings sehr interessant: dennsie haben die Sternkunde wieder hergesiellt: und der Fa-den ihrer Zeitrechnung gehet von dieser Epoche bis aufunsere Zeiten unabgerisien fort. Sie haben auch zu al-len Zeiten andere Merkmale ihrer astronomischen Kennt-nisse Hinkerlassen. Die Griechen haben diese Wissen-schaft von den Chaldäern erhalten. Die Chaldäer ha-ben die Sternkunde den Arabern beygebracht. Und disEuropäer haben die crsien Gründe der Astronomie denArabern abgelernt.
§.
Chaldäer hießen anfangs weiter nichts, als die Ge-sellschaft der sogenannter Balspfassm, welche ordentlichzünftig und Von dem Bcius, wie man sagt, nachdemFuß der ägyptischen Priester, geflutet waren: Von ih-nen erhielt herimch die ganze Nation den Name». Einseltener Fall, daß sicheln aanzeö Land nach einer philo-sophischen oder geistlichen Sekte nennet. Al er dies kamdaher, weil sie durch ihre astronomische Wissenschaftüber die ganzen Nation so viel Ehre und Vortheil ver-breiteten.
Da nun aber die äußerliche Einrichtung dieser Prie-siergesellschafc von dem Beins ans ägnptisckm Fuß ge-setzt worden ist: so sollte man fast schließen, daß sie auchihre wesentlichen Stücke, nämlich die Wissenschaften undvorzüglich die Sternkunde aus Aegypten erhalten habe.Allein die Grundsätze, welche die zwo gedachten Natio-nen von der Einrichtung des Weltgebäudes hegten, wi-chen so sehr von einander ab, daß ein solcher Verdachtans einmal gänzlich über dm Hausen fallen muß. DieH'mmclskphare der Aeayptier war von dem Sternver-zeichnisse der Chaldäer sehr unterschieden; die letztem hak-te,- ganze Figuren anstatt der ägyptischen Sternbildereingeführek: und die Namen derselben warm bey den
Chal-