-;8 Sternkunde der Persr'er und Chaldäer.
sam das Bürgerrecht in seinem Reiche zu ertheilen schien,zum Urheber derselben zu machen und ihn zu vergöttern.
Unsere Konjekturen leiten uns daher, aller Schwie-rigkeiten der alten so sehr verschiedenen Zeitrechnungenohngeachtct, in der ununterbrochenen Reihe der Bege-benheiten aller alten Völker nach der schönsten Ordnungimmer weiter fort. Evechous, dev das Sonnenjahreinführte, kam im Jahre 247z vor der christlichen Zeit-rechnung zur Regierung; Zoroaster, welchen maneigentlich für den Erfinder der Sternkunde bey den Chal-däern annehmen muß, lebte mit dem Evechous zugleicher Zeit: denn dieser machte sich zuerst uni das Jahr2459 bekannt; Belus trat seine Herrschaft nm dasJahr 2Z46vor Christi Geburt an: aber die auf sei-nem Tempel gemachten astronomischen Beobachtungennahmen erst im Jahre 22Z4 vor Christi Geburt ihrenAnfang.
§. 4-
Außer angeführten Momenten findet man aber auchin der alten chaldaifchen Geschichte keine Begebenheit,welche man mit einiger Zuveriaßigkeit weiter hinaus se-hen kann: denn diese Nation hat gar keine Urkunden auf-bewahret, aus welchen sie ihr hohes Alter, wie etwa dieChineser, demonstrirt; die alten Schriftsteller überlie.fern uns bloß einige Gebrauche oder Meynungen diesesVolks von seinen Göttern und von dem Weltgebaude;und diese Nachrichten sind noch dazu, ohne alle Auswahlund ohne hinzugefügte chronologische Momente, hinge-worfen. Man weiß daher nicht, welche Meynungenvor den übrigen hergegangen oder nachgefolgt sind; manweiß nicht, ob sich ihre albernen Begriffe von den Ge-genstanden der Sternkunde gleich anfangs eingefundenhaben, oder ob die anfangs richtigem Ideen erst in derFolge verunstaltet worden sind.