n4 Von der Sternkunde nach der Sündfluth.
soph seine auf uns gebrachte astronomischen Kenntnisse ge-sanimlec hat.
An dem Orce, wo angeführte Beschaffenheit der na-türlichen Tage des Sommers und Winters Statt findet,da muß der längste Tag sechzehn, der kürzeste hingegen,acht Stunden betragen: und dieß kann nirgends, als un-ter einer Breite von 49 Graden geschehen. Sucht mannun in der Landcharke unter Asiens merkwürdigen Städ-ten eine, die unter gedachter Breite liegt, auf: so fin-det man das ihige tartarische Seiinga oder Selenginö-koy. Man findet aber auch in der Charte des HerrnDamvikle* unter dieser Breite eine Stadt, unter demNamen Locnam: und diese scheint das Vaterland des be-rühmten persischen Fabeldichters, welcher ohnfehlbar mitdein griechischen Aesop einerlei) ist, zu seyn. Also könn-te man den Ursprung der moralischen oder prakkiscl)en so-wohl, als kontemplativischcn Philosophie oder Astrono-mie, in dieser mitternächtlichen Gegend Asiens aufsuchen.
Aus diesem allem erhellet der vielleicht seltsam schei-nende Saß, das; die Wissenschaften weder in Aegyp-ten , noch in Persien, noch in Chaldäa, noch in Indien,noch in China, sondern unter angeführter nördlicher Brei-te Asiens, daS Heist, in der großen Tartaren entstan-den sind.
§ 9 -
Richten wir unser Augenmerk, aus dieser Absicht,nach China: so finden wir daselbst ebenfalls einige Spuh-ren von dem nördlichen Ursprünge ihrer Götter und Wis-senschaften. Die Chineser haben einen den nordischenSternen geweyheten Tempel: dieß ist der prächtigstevor allen andern Tempeln zu Peckin: und mannennet ihn das Residenzschloß des großen Lichtes. Nun
halten
* i-tiltoiee säe I' cles Inlciixk. I'om. XXXI.
p. 210.