Druckschrift 
1 (1777)
Entstehung
Seite
112
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I l 2 Von der Sternkunde nach der Sündfluth.

diese Meynung; und wenn -Herodocus für die Langedes gedachten Zeitraums bey den morgenländischen Völ-kern anstatt ZOO Tage, soo Jahre setzte: so war dießohnsehlbar ein Jrrthum. Nun erscheint jenen nordi-sche Völkern, welche unter dem 71 sten Grade wohnen,die Sonne im Winter ganzer 6; Tage lang gar nicht:also lebt sie in diesen Gegenden nur zao Tage: und mansiehst auf solche Art, daß die Fabel vom Phönix aller-dings im Norden zuerst entstanden seyn muß.

Rudbcck* halt sogar dafür, daß man den nordi-schen Völkern den Ursprung der allerersten Götterlehreselbst, und überhaupt aller Fabeln der Alten zueignenmüsse: wir wollen von seinen hieher gehörigen Stellen,nur eine einzige, die den Janus betrifft, und zu unsrerAbsicht gehört, anführen. Macrobius°°* benach-richtiget uns, daß man diesen Gott allezeit mit der ZahlLLL in der rechten, und mit UXV in der linken Handgemahlet habe: man stehet leicht, daß beyde Zahlen zu-sammen genommen die Tage des Jahres anzeigen.Nun muß man doch ohne Zweifel irgendeinen Grund die-ser sonderbaren Theilung gehabt haben: und gleichwohlgeben uns weder einige sonderbare Gebrauche der südli-chen Völker, noch überhaupt die astronomischen Zeitab-theilnngen derselben, einen Grund an die Hand, worauswir gedachtes Zerfallen der Zahl z6; schließen könnten.Daher ist es allerdings wahrscheinlich, daß die zooTage die Zeit der Anwesenheit, 65 hingegen, die Zeitder Abwesenheit des Phönix oder der Sonne bey dennordischen Völkern anzeigen. Aus diesem Grunde laßtsich ohne Bedenken annehmen, baß der Gott Janusin den nordischen Gegenden ausgedacht, und durch dieältesten Völkerwanderungen, mit ihren mehresten übri-gen Göttern oder Fabeln, in die mittägigen Länder ge«