Von der Sternkunde nach der Sündsiuth. 109
Die Religion der Lamas hat sich an allen Orten indem morgenländischen Asien, bey den Mongolen, inChina, in Thibet und in Indien ausgebreitet. Wirwissen aus einer Nachricht von den Morgenländern, diesich aus dem vierten Jahrhunderte, nach Christi Ge-burt, herschreibt, daß ein Land zwischen dem damaligenSerica und Indien, ehemals von den Braminen be-wohnt gewesen seyn soll. Und Herr Damville* be-nachrichtigt uns, daß ein Fluß, welcher in diesem Lan-de entspringt, Brama heißt. Dieß Land ist das heu-tige Thibet, oder das Reich des Dalay-Lama. Alsofindet man zwischen dem Ursprünge der Braminen undder Lamas eine große Übereinstimmung.
Wenn man nun bedenkt, daß die Indianer nachSelenginskoy wallsahrteten, und daß daher zwischen denLamas dieserStadt,oder überhaupt zwischen den thibetischenLamas und den indianischen Braminen ein Zusammen-hang statt gefunden haben muß; wenn man ferner über-legt, daß Äthiopien vor Alters auch Indien hieß.**und daß man daselbst eben so, wie an den Ufern desGanges, Gymosophisten, oder eine besondere Art Bra-minen antraf: so erhellet, daß sich die Kette des gedach-ten Zusammenhanges sogar bis nach Afrika erstreckt ha-ben muß. Der Ursprung dieser Gynnosophisten wirdalso mit dem Herkommen der Atlantier wohl sehr genauverbunden seyn.
Noch ist zu bemerken, daß die Magi der Perserebenfalls nichts als solcheLamaS oder Braminen sind: denndes Wortes Magus Wurzel mag heißt in der persischenSprache: gelehrt. Sog und Magog des Ezechielheißt so viel als die Götter von Mitternacht.*** Bey
den
* Lxxolirio lvtiu8 munäi er Zenllum. (leonr. snc. 1'.II. p.
** tZevAr. snc. pom. Hl. p. 47-
Ilibl. orienr. /^rr. llenä. x-447' Kapit. Ztz. V- 2 , 6,