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1 (1777)
Entstehung
Seite
92
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22 Von der Sternkunde vor der Sündfluth.

daß der so unentbehrliche Gnomon schon bey den ältestenBewohnern der alten Welt erfunden worden ist: denndie alten Pyramiden dienten allerdings anstatt der neuernGnomonen. Pli,lius* spricht, daß der, welcher dieerste Pyramide habe bauen lassen, ein Beherrscher überdie Stadt der Sonne, Namens Mifires oder klFicres,gewesen sey, und daß inan in der Folge dergleichen Py-ramiden selbst deswegen MitreS genennet habe, weilsie gleichsam die Gestalt der Sonnenstralen nachzuahmenschienen. Laßt sich nun hieraus nicht sehr wahrscheinlichmurhmaßen, daß die ersten Pyramiden in Asien, wodergleichen Denkmäler von einem sehr hohen Alter ge-funden werden,** und wo man eben so, wie in Aegyp-ten Städte der Sonne antrifft, errichtet worden seyen?sMan erzeigte ja in den morgenländischen Reichen demLIAcra, oder der Sonne göttliche Verehrung? Und dieIndianer nennen noch itzt den Genius der Sonne Mi-traha.ss So große Uebereinstimmungen vieler Ge-bräuche unter so verschiedenen Nationen, wie auch dieGewohnheit, alle Tempel winkelrecht nach den vier Welt-gegenden aufzuführen, konnte sich auf nichts anders alsauf eine gemeinschaftliche Quelle, das Heist, auf eine all-gemeine Kenntniß des Gnomons gründen: und die Er-findung dieses Werkzeugs muß auf solche Art allerdingsüber die Zeiten der Sündfluth hinaus fallen.

Man

' n XXXVI. c. 8.

* * Der sicilianische Diodorus redet von einem pyrami-denförmigen Conncnzeigcr, welcher auf Befehl der Semisrami« am Wege nach Babylon aufgcrichtet war. läk. II.§. n. und P. Pezron setzt die Zeit der Regierung gedach.ter Königen 22^9 Jahr v. C. N. ^nrig. rei»dl. p. »47.

f Palmyra hieß so viel als Balbcck oder die Stadt derSonne. öldl. orienr. p. tZl-

Xlemoiees l'^crul. äer lulcrixrioiir 1 °. XXXIx. 198- 4ri. 4Z8.