84 Von der Sternknnde vor der Simdfluth.
wird nun aber auch durch einen Vers des Vngi^ be-stätigt: denn dieser sagt es, wie es scheint, ausdrücklich.
Lsnäiäus suratis agerit cum cornibus rmnum
1"iturus* — — — —
Nun folgt aus astronomischen Berechnungen, daßdieFrühlingSnachtgleicheohngefehrum dasIahr 4600 vor(LhrlstlGeburt aufdieHörnerdesSkierS gefallen seyn kann
Wenn man dieß alles sorgfältig überlegt: so stehetman, daß die oben angegebene Abtheilung des Thierkrei-ses allerdings lange vor der Sündfluth gemacht wordensenn muß. Uns ist ja auch schon aus dem obigen be-kannt , daß die Menschen vor der Sündfluth weder denjährlichen Umlauf der Sonne, noch den monatlichen desMonds, viclweniger die bereits angeführte große Peri-ode der Finsternisse, ohne vorher andere weit leichtereastronomische Arbeiten unternommen zu haben, nichthätten bestimmen können: und die Einteilung des Thier-freistes ist ohnfehlbar eine von diesen leichtern Unterneh-mungen.
Uebrigens hat sich die Tradition, das der Stier dasJahr eröffnete, bis auf die Zeiten des Virgils erhal-ten: und dieser Dichter verewigte sie, ohne vielleicht daranzu denken, das sie zu seiner Zeit nicht mehr giltig war.
§. n.
Wir müssen bey obiger Muthmaßung noch einenAugenblick verweilen: denn ihre Wahrscheinlichkeit wirdnoch von zwoen andern Traditionen, die wir hier anzei-gen wollen, unterstützt. Die erste ist eine dunkele Tra-dition der Scythen, aus welcher man stehet, daß dieSommersonnwende einstmalen in das Zeichen des Löwensfiel.** Die zwote, welche deutlich und entscheidendist, findet sich bey den Chinesern, die ihr Jahr mit der
Sommer-
* 6eorxic. I.. I. V. 217. ** 2 . D. 2. Absch. §. Ik