Von der Sternkunde vor der Sündfluth. 8z
Anfang ohnfehlbar bey den Punkten der Sonnenwendenoder Nachtgleichen gemacht haben müssen: denn das Ge-gentheil ist gar nicht wahrscheinlich. * Die Einteilungin zwölf Zeichen stellet weiter nichts, als die vier vornehm-sten Theile des Thierkreifeö, deren jeder wieder in dreyandere gekheilet ist, vor: und es wäre ganz und gar keinGrund vorhanden, ^varnm man jede Nachtgleiche undSonnenwende vielmehr in einen andern Punkt eines sol-chen Sternbildes, als in dessen Anfang gesetzt hatte: alsosielen gedachte Punkte einstmale» allerdings auf die An-fangspunkte gewisser Sternbilder des Thierkreifeö. Unddie Zeit, da dieses geschah, muß nach astronomischenBerechnungen von derjenigen, in welcher gedachte Punk-te mitten ober, welches gleichviel ist, durch den funf-zehcnden Grad des Widders, des Krebses, der Wageund des Steinsbocks sielen, wenigstens nm io8o Jah-re verschieden seyn. Zufolge dieser Betrachtung könnteman nun schon annehmen, daß die Frühlinaönachkglei-che ohngefehr 2400 Jahr vor Christi Geburt geradein den ersten Grad des Stiers gefallen wäre: allein wennman bedenkt, daß eine Menge von Beobachtungen undZeugnissen des Alterthums deutlich beweisen, daß diePlejaden und Hyaden, wie auch die übrigen Sterne desStieres, und überhaupt die Bilder des ganzen Thierkrei-fes schon zaoO Jahre vor Christi Geburt bekannt wa-ren; ** wenn man überdieß überlegt, daß auch verschie-dene mündliche Ueberlieferungcn dis Sonne beyin An.fange deS Jahres wirklich in den Stier setzten: so erhaltobgedachte Konjektur ohnfehlbar einen hohen Grad derGewißheit selbst; und man kann annehmen, daß dieFrühlingsnachtgleiche damals in die Hellen Sterne derHörner des Stieres gefallen seyn mag. Dieser SchlußF 2 wird
* 2ten B- 2. Absch. §. n.
** 2ten B- 9- Absch. §. 7. 8- S- 10.