Druckschrift 
1 (1777)
Entstehung
Seite
81
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Von der Sternkunde vor der Sündfluth. 8r

Eintheilung des Thierkreises in zwölf Zeichen, welchegewiß jünger ist, noch vorder Sündfluth, wie cs unsscheinet, gemacht seyn. Man erlaube uns hier einigeBetrachtungen über diese zwey verschiedenen Einkheilun-gen des Thierkreises, wovon die eine sich auf die Bewe-gung des Monds, die andre aber auf die Bewegungder Sonne beziehet, anzustellen. Man kann nicht sa-gen, daß die Idee, den Thierkreis wie das Jahr inzwölf Theile zu theilen, eine von jenen einfachen und na-türlichen Ideen sey, welche in allen Zeiten und an allenOrten sich gleich vom Anfänge dem menschlichen Ver-stände haben darbieten müssen: denn die Einteilung desThierkreises in sieben oder acht und zwanzig Theile isteben so natürlich. Aber würde schon eine sehr sonder-bare Gleichförmigkeit feyn, wenn eine zwey Völker, die aufder Erdkugel sehr weit von einander entfernt wohnten,einerlei) Abteilungen hatten: wie viel außerordentli-

cher ist es also nicht, diese zwey Eintheilungcn bey denArabern, den Indianern, den Einwohnern in Siam,und besonders bey den Aegyptiern und Chinefern beyfam-men anzutreffen, als welche beyde letztere Völker, ohnesich an den zwey äußersten Enden eines großen festenLandes zu wissen, lange Zeit existirt haben, und welchenichts, als ihren Ursprung, gemein haben konnten?

Wenn man annimmt, daß die Ersindung dieser zwoAbtheilungen gedachten Ursprung hat; und wenn mandie Ersindung selbst einem Volke, das alter als alle be-reits angeführte Völker war, zufchreibt: so findet manin einer solchen Gleichförmigkeit nichts wunderbares,nichts übernatürliches: denn diese Ideen, die aus einergemeinschaftlichen Quelle geflossen waren, mußten noth-wendig mit einander übereinstimmen. Und angeführteNationen waren sich in Rücksicht auf ihre astronomischenGrundsätze einander ähnlich, ohne einander bekannt,noch durch irgend einen Umgang verbunden gewesen zu

§ seyn.