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80 Von der Sternkunde vor der Sündsiuth.
freyer und leichter Umgang Statt gefunden habe? EinUmgang, der mit den Ideen, welche man aus den al-ten Geschichtschreibern schöpfet, mit den Geheimnissen,in welche diese Völker ihre Kenntnisse verhülleten, undbesonders mit ihrer Gewohnheit von andern abgesondertzu leben, streitet? Sie wußten in der That keine ande-re Geschichte, als die Ihrige, und lernten ihre Nach-barn nur durch die Gelegenheit des Kriegs kennen.
Die Griechen sind vielleicht die ersten, welche auseifriger Wißbegierde den Erdkreiß durchreiset haben,um sich mit ausländischen Ideen zu bereichern; ein freyerund gemeinschaftlicher Uingang hingegen wird bey die-sen Völkern schwerlich so, wie bey dein aufgeklärtemVolk, der ersten Welt Statt finden. Wenn dieses ist:so muß man nothwendig schließen , daß die ähnlichen Pe-rioden, die wir in verschiedenen Ländern antreffen, undhauptsächlich der allgemeine Gebrauch der Zahl 6o, vondem Daseyn dieses aufgeklärten Volks zeugt, welchesnoch vor der Sündsiuth war, und alle morgenländischeVölker unterrichtet hat, so, daß diese Nationen weiternichts, als den Unterricht aufbewahret haben.
§. io.
Es ist wahrscheinlich, daß eine Sternkunde, welchedie genaueste Kennkniß von der Bewegung der Sonneund des Monds voraus setzte, eine Eintheilung der Ge-stirne hat machen müssen: die vornehmsten Sternbildersind von einem hohen Alter. Man verglich den Mondmit dlesen festen Prmkten, und sein wohl bekannter Um-lauf von 27 Tagen und ^Stunden hat sogar zu einemZeitmaße gedient. * Man kann nicht zweifeln, daß dieEintheilung des Thierkreises in sieben oder acht undzwanzig Gestirne'damals epistirt hat: denn erstlich trifftman sie bey allen Völkern an; und dann muß auch die
Ein-
* 2. r. Absch. §. iz.