70 Von der Sternkunde vor der Sündfluth.
Tage der Venus: aber so sehr man auch etwa in Rück-sicht auf den Anfangstag von einander verschieden war:so wurde doch angezeigke Ordnung in allen Fallen bey-behalten. Die Ursache, aus welcher man gedachte Ord-nung zu zählen gewahlet hat, ist uns völlig unbekannt;denn sie gründet sich weder auf die verschiedene scheinba-re Größe der Planeten, noch auf ihre successive Entde-ckung, noch aufeinige andere Eigenschaften derselben.
Das sonderbarste hierinne ist nun freylich die bewun»dcrnSwürdige Uebercinstimmung der Benennung undOrdnung der Planeten bey angeführten Nationen, diedoch weit von einander entfernt wohnten, und keine Ge-meinschaft haben konnten. Wollte man annehmen, daßdiese Uebercinstimmung durch ein blindes Ohngsfehr ent-standen sey: so würde man etwas behaupten, welches ganzund gar nicht wahrscheinlich wäre: eine so vielfältigeUebercinstimmung bringt kein Zufall hervor. Einige-Gelehrte wollten zwar hierinne einen Beweis für die Ge-aneinschaft gedachter Nationen, vermöge welcher sie ein-ander ihre neuen Entdeckungen bekannt gemacht habensollen, finden: allein sollten sich hiervon nicht auch inandern Fällen einige Spuhren zeigen? sie lernten ja ein-ander erst in-weit jspätern Zeiten kennen? WasunSanbe-trisst r'so können wir uns keineswegs jemalen von einer sol-chen ^Gemeinschaft derselben überzeugen; und es ist eherwahrscheinlich, daß ganz Asien vor einer großen Weltver-anderung von einem mächtigen Volke, das allerdings ge-meinschaftlich arbeitete und die Wissenschaften schon zueinem beträchtlichen Grade der Vollkommenheit gebrachthatte, bewohnt gewesen ist. Denn auf solche Art muß-ten freylich einerlei) Grundsätze durch oben angeführte,auf Steine gegrabene Innschriften, auf die Nachkom-men gebracht werden.