Von den ältesten astron. Entdeckungen. 41
tergange de>' Sonne schon weiter gegen Morgen von ihrab; der, zwischen den lichten Hörnern befindliche dunkeleRaum, ist jtzt auch mit Lichte ungefüllt; dann entfernter sich noch weiter von der Sonne, und sein Licht wirdimmer größer, bis er da, wenn er beym 'Untergänge derSonne erst aufgehet, sein volles Licht erhält: endlich ver-liert er dasselbe, indem er täglich später aufgehet, andenjenigen Rande zuerst , welcher zuerst wie lichte Hörnererschien; er verwandelt sich anfö neue in die Gestalt derHörner eines Ochsens , die aber itzt ihre Spitzen gegenAbend kehren; dann gehet er erst des Morgens mit derSonne zugleich auf und laßt sich an diesem Tage garnicht sehen.
Aus diesen Beobachtungen fiel man gar bald aufdie Vermuthung, daß der Mond sein Licht von der Son-ne entlehnte, und dieses hauptsächlich deswegen, weil erallezeit alsdann mit vollem Lichte erschien, wann er derSonne gerade entgegen gesetzt; sichelförmig hingegen,wann er nur etwa ein paar Tage alt war: und dieserGedanke führte die damaligen Astronomen sogleich aufeinen neuen; das heißt: man schloß, der Mond sey kei-ne Scheibe, sondern eine Kugel.
§. 4.
Aufmerksame Beobachter sahen gleich, daß sich dieSchaubühne des Himmels nach kurzer Zeit merklich ver-änderte: denn gesetzt, sie hatten sich die Sterne in einerheitern Nacht einigermaaßen bekannt gemacht, und die-jenigen, welche bald nach dem Untergänge der Sonneam Morgenhorizonte erschienen, sorgfältig angemerkt: sofanden sie diese letztem nach sechs verlaufenen Vollmon-den, beym Untergange der Sonne, nicht mehr an demersten Orte, sondern sie müßten dieselben nahe am Abend;Horizonte suchen: denn es ist bekannt, daß die Fixsterneinögesammt außer ihrer täglich scheinbaren Bewegung,auch alle Jahre einmal um den ganzen Himmel herumC 5 zu